Testpiloten (5): Peter Panagore

Wieder ein Video aus einem Oktober-Newsletter von Victor Zammit, den abonnieren könnte, wer Englisch gut versteht. Diesmal brachte er ein Interview mit Peter Panagore, dem es wie wenigen gelang, seine Endrücke zu vermitteln: packend, präzise, passgenau. Natürlich, es ist ein Erlebnis, das man nie vergisst, aber man muss es sprachlich auch darstellen können. 

Peter Panagore konnte das. Und wie viele andere ist er danach auch spiritueller Berater geworden und denkt an nichts Anderes, als allen die »Schönheit des Himmels« nahezubringen; sein aktuelles Buch heißt denn auch Heaven is beautiful. Die Christen werden es sich gedacht haben, doch letztlich ist es immer anders als gedacht.

Panagore befand sich 1980 (er war 21 Jahre alt) mit einem Freund auf einer Bergtour, sie kamen zu langsam vorwärts, die Sonne ging unter, es wurde scheußlich kalt, und sie waren festgehalten irgendwo im Eis und unterkühlt, als er einschlief.

dottDoch er blieb bewusst! Erst sei es total schwarz gewesen, schwärzer als schwarz, tausend Mal dunkler als vorstellbar. In der Ferne war ein winziger Punkt, der auf ihn zukam schneller als das Licht und allen Raum füllte, und es war nicht nur Licht, sondern eine »Intelligenz«, die in ihn hineinfuhr und ihm kundgab: »Ich nehme dich jetzt mit.«

Sie zog ihn aus dem Körper und führte ihn einen Tunnel entlang, der gleichzeitig unendlich weit und ganz eng war, und er fühlte sich getröstet. Der Engel, wie er meint, ließ ihn alleine als Flamme des Bewusstseins in einem unendlichen Raum, der hell und dunkel zugleich war. Er war ohne Körper, er war nur Bewusstsein und erkannte: »Das bin ich! Wieso bin ich nie darauf gekommen?« Er konnte in alle Richtungen gleichzeitig sehen, und vor ihm öffnete sich ein Portal, vor dem ein fließender Vorhang hing, und dieser Schleier war das Leben, enthielt alles Leben, das jemals gelebt hatte und glitt schließlich in ihn hinein.

1244-03_004Peter wurde mit seinem Namen angerufen (aber nicht mit Peter; mit dem Namen seiner Seele), und vor ihm entfalteten sich alle Leben des Universums, die es jemals gegeben hatte und diejenigen, die er hinter sich hatte, angefangen vom ersten Photon vor Millionen Jahren, das er war, aber er sah nicht, ob die Leben hintereinander oder einige etwa zur selben Zeit stattgefunden hatten. Das bin ich, dachte er, meine Seele bin ich. Das, was in ihm sprach, zeigte ihm dann all den Schmerz, den er anderen zugefügt hatte, und diesen Schmerz erlebte Peter »zehntausendfach«. Wer andere verletzt, verletzt sich selbst am meisten. Panagore meint auch, er habe seine eigene Hölle geschaffen. Doch er erfuhr auch, dass es anders nicht geht, dass leben heißt, Schmerz zu geben neben Gutem.

Das Wesen, das in ihm sprach, zog ihn dann in die Liebe, sagte »Ich liebe dich«, bezeugte ihm unendliche Liebe, und es sei unvorstellbar und unsagbar gewesen. »Ich habe dich immer gekannt, ich habe alles um dich gekannt, ich liebe dich, wie du bist, ich habe dich erschaffen.« Anderen wehzutun ist unnötig, lernte er, das braucht man nicht, und gleich wurde er von Ehrfurcht, Gnade, Freude überströmt, und wenn er es in zwei Worte fassen wollte, wäre es Schönheit und Liebe, mit Betonung auf Letzterem.

Damit könne er eigentlich schließen, meine Peter Panagore nach 10 Minuten seines Interviews von Shaman Oaks. Ja, lassen wir es damit bewenden. Peter kam zurück, sein Kumpel hatte ihn für tot gehalten, und kurzzeitig war er es wohl auch.

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