Rama, Kini in Bayern

Rama X. ist der König Thailands. Auf Schritt und Tritt begegnet man in Bangkok Bildern mit seinem Konterfei und dem der Königin. Sein Vermögen soll an die 70 Milliarden Euro betragen, womit der der reichste Monarch der Welt ist. Rama X. oder Maha Vajiralongkorn Phra Vajiraklaochaoyuhua hielt sich etwa 2020 nur 9 Tage in Thailand auf; er residiert in einem Hotel in Garmisch-Partenkirchen.

Wie das aktuell ist, weiß ich nicht. Der Focus hat im November 2024 einen Artikel über den König veröffentlicht, und Wikipedia porträtiert ihn ebenfalls ohne Gnade. Das wirft ein anderes Licht auf Thailand, das nicht als Demokratie bezeichnet werden kann und dessen Bewohner durchschnittlich 600 Dollar im Monat verdienen. Der König, der anscheinend von Bayern aus seine Staatsgeschäfte führt, ist mit seinen angeblich 25 Frauen und 30 Pudeln eine Kuriosität und ein Anachronismus. Am Starnberger See besitzt er zwei Villen – dort, wo unser »Kini« Ludwig II. 1886 ertrank. Ist Rama nun die Inkarnation Ludwigs? Bestimmt nicht. Unser Kini hatte eine Vision, während Rama X., mittlerweile 72 Jahre alt, eher seinen Vergnügungen nachzugehen scheint. Er ist jedoch das Staatsoberhaupt und besitzt Vetorechte; am Regieren sind andere. Trotzdem könnte der König mit seinem Geld ein paar Krankenhäuser bauen und ein paar Schulen noch dazu.

Die ganze Dynastie

Über die aktuelle Lage schreibt die Bundeszentrale für politische Bildung:

Nach fast 10 Jahren Militärregierung unter Führung von General Prayuth Chan-o-cha wird Thailand seit August 2023 wieder von einer zivilen Regierung gelenkt. Allerdings haben Militär und Polizei weiter große Machtbefugnisse, gerade im Bereich der inneren Sicherheit. Das thailändische Militär hat de facto mehr Macht als die zivile Regierung und kontrolliert die thailändische Innenpolitik seit Jahrzehnten. Es hat dutzende Male geputscht, Regierungschefs ab- und eingesetzt und Gesetzgebung sowie die Berufung von hochrangigen Beamten, Richtern und Ministern entscheidend beeinflusst. Über viele Jahre (das letzte Mal von 2014 bis 2023) stellte das Militär selbst den Regierungschef. 

Insgesamt gestaltete sich die innenpolitische Lage im Königreich Thailand in den letzten zwanzig Jahren sehr turbulent. Seit der gewaltsamen Eskalation des Konflikts im Jahr 2004 waren acht verschiedene Regierungen an der Macht – und keiner gelang es, den Konflikt im Süden Thailands auch nur einzudämmen. Der seit Juli 2005 verhängte Ausnahmezustand wurde bisher von allen thailändischen Regierungen verlängert. Er erlaubt den thailändischen Sicherheitskräften ein sehr hartes Vorgehen gegen jegliche Handlungen, die »die öffentliche Ordnung des Volkes beeinträchtigen«.

Der Tourist kriegt nichts davon mit. Die Präsenz von Polizei und Armee ist nicht einmal auffällig. Im Süden Thailands gibt es separatistische Bestrebungen, die mit Gewalt niedergeschlagen werden. Im tiefen Süden leben ethnische Malaien, die meist Muslime und sehr arm sind. Islamistische Bewegungen verüben Terrorakte. Von Januar bis März 2024 soll es 7500 Tote und 14.000 Verletzte gegeben haben. Eine Lösung ist nicht in Sicht.

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