Archiv der Kategorie 'Phänomene'

Das Schnurren der Katzen

Sonntag, den 11. April 2021

Nichts zu machen: Es geht noch einmal um Katzen. In einem Second-Hand-Bücherregal lächelte mich das schmale Buch Die Kunst zu schnurren von Eugen Skasa-Weiß an (1998). Er stellt seine eigenen Katzen vor, doch was er über zwei Katzen-Phänomene schrieb, fand ich am besten: über das Betreten (oder Verlassen) eines Zimmers und über das Schnurren, was […]

Tier und Untier

Samstag, den 10. April 2021

Mir sind noch einmal zwei Stellen untergekommen, die von Katzen reden, und sie müssen den Katzengedichten folgen. Viele Besitzer schreiben ja viel und gern über ihre Katzen, doch auch kreative Geister und Denker schauten ihre Katze an und dachten sich etwas darüber. Die Passagen sind von dem deutschen Philosophen Martin Buber (1878-1965) und dem spanischen […]

Witwenverbrennung

Donnerstag, den 25. März 2021

Ein Beitrag aus der Reihe »schreckliche Gebräuche der Menschheit«. Für ein Manuskript hatte ich das Thema Witwenverbrennung bearbeitet, und ich las Sir James Fraser dazu und schrieb: »Der Tod der treuen Frau sollte die rasche Wiederaufnahme der Ehe im Himmel sichern. Noch im Jahr 1987 opferte sich die junge Inderin Roop Kanwar im Bundesstaat Radschasthan […]

San José, die Fallas

Freitag, den 19. März 2021

Vergangenes Jahr, ich erinnere mich, hatte manipogo einen besonders geistreichen Beitrag zum Josefitag, auch wenn ich nicht mehr verstehe, wie ich auf den 29. April kam. Denn am 19. März gedenkt man in katholischen Regionen gern des Stiefvaters Jesu Christi, des geduldigen Zimmermanns Josef von Nazareth. In dem Büchlein Der Wanderer von Paolo Coelho habe […]

Wohn-Fetischismus

Freitag, den 5. März 2021

Jeder wohnt. Jeder hat seinen Stil. Wieviele Wohnungen hat man besucht! Spontan fällt mir eine bei Freiburg ein, in der alles auf dem Boden lag, wenngleich gestapelt und in gewisser Ordnung; die habe ich nie vergessen. Auch nicht die anderen Wohnungen, deren Perfektion einen staunen und zur gleichen Zeit erstarren lässt: Denn man könnte ja […]

Anekdoten von Wissenschaftlern (2): Die Schweigsamen

Sonntag, den 17. Januar 2021

Mit Wilhelm Busch und Anton Bruckner waren uns schon zwei Künstler begegnet, die nicht viele Worte machten. Solche Schweiger gab es in der Wissenschaft auch. Sie waren vertieft in ihr Fach und hatten anscheinend Besseres zu tun als zu reden. Aber Erfolg hatten sie dennoch. Zu schreiben scheint ihnen leichter gefallen zu sein. 

Anekdoten von Wissenschaftlern

Samstag, den 16. Januar 2021

O Gott! Hatte 3 Beiträge vorbereitet und sehe nun, dass ich sie schon 2015 hatte! Dreht sich manipogo im Kreis? Werde ich senil? Also wieder Anekdoten. — Brecht schrieb, Wissenschaftler seien als »unpraktische und eunuchenhafte Käuze« betrachtet worden. Da gibt es viele Beispiele vom »zerstreuten Professor«. Er ist ja (wieder: ein Mann) wie ein Künstler, […]

Leben des Galilei

Freitag, den 15. Januar 2021

1946, als die dritte Atombombe explodierte, wenn auch nicht über einem bewohnten Gebiet, probte Bertolt Brecht in den USA mit dem Schauspieler Charles Laughton eine amerikanische Fassung des Stückes Leben des Galilei, das Brecht 1938 im dänischen Exil geschrieben hatte. Galilei kam der mächtigen Kirche in die Quere und musste seine Lehre widerrufen. Brecht zog […]

Bikini

Donnerstag, den 14. Januar 2021

Ein Fundstück aus meinem Manuskript Geister und Schiffe: Der erste zweiteilige Bikini wurde am 5. Juli 1946 von Micheline Bernardini in Paris vorgeführt. Sein Erfinder Louis Réard nannte ihn eine »an-atomische Bombe«, denn wenige Tage vorher war im Bikini-Atoll im Pazifik eine erste US-Atombombe als Test gezündet worden. Sie hieß »Able«. 12 Jahre war nach […]

Anekdoten von Philosophen

Mittwoch, den 6. Januar 2021

Philosophen und Wissenschaftler pflegen ihre eigene Sprache und leben in ihrem System. Auch sie gelten als zerstreut (das Schicksal vieler, die von einem Thema beherrscht werden) und als sonderbar, mehr noch als die anderen vorgestellten Künstler, da ihre Werke viel Hingabe vom Leser verlangen. Der Leser, der Philosoph: Wie immer sind die Männer unter sich.