Bilder aus Berlin
Machen wir es uns heute leicht: Bilder aus Berlin warten auf euch. Keine Bilder von Monumenten oder Museen. Vor 5 Wochen war ich in der Hauptstadt, die ich 7 Jahre nicht mehr besucht hatte. Schön wie immer der mäßige Autoverkehr in der Innenstadt, die bunten Geschäfte mit Waren aus vielen Ländern, die Kneipen und Bars, die mit Graffiti verzierten Wände.
Beim Rauchen auf dem Balkon von Fritz, Nähe Treptow. Die Häuserzeile, die wir sehen, lag damals im Westen, die Mauer lief etwa auf dem gegenüberliegenden Bürgersteig dahin. Die Westler saßen mit dem Rücken zum Osten, denn zur Mauer hin waren die Toiletten und die Speisekammern untergebracht. Das Bild sieht natürlich viel spektakulärer aus als in Wirklichkeit. Kalt war’s und sehr ruhig.
Von hier nach links gegangen, dann viele Kilometer rechts auf der Kiefholzstraße. Da finden wir noch eine Erinnerung. Da lief sie dahin, die Mauer.
Dann folgt eine Art Autobahn, und weiter draußen findet man noch 2 Gedenktafeln, die auf die Menschen hinweisen, die an der Mauer starben.
Und auch da, wo Fritz sich entfernt, sieht man, wo die Mauer stand. Links das Abgeordnetenhaus, rechts der Gropius-Bau.
Im Gropius-Bau sahen wir die Ausstellung über die Fotografin Diane Arbus, die noch bis zum 18. Januar 2026 zu sehen ist.
Im Flyer zur Ausstellung steht, Diane Arbus (1923-1971) gelte als eine der »visionärsten und einflussreichsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts«, weil sie »ästhetische Konventionen radikal infrage gestellt hat«. Na ja. Erst einmal finde ich, dass man ›visionär‹ nicht steigern kann ebensowenig wie genial, und das mit den Konventionen ist so ein Schlagwort von gelangweilten Kulturjournalisten. Diane Arbus hat Menschen aus der Halbwelt New Yorks posieren lassen, und stolz wirken sie, jeder vertritt sein Selbstbild. Dem bürgerlichen Besucher muss das unheimlich sein, ungewohnt und etwas peinlich. Arme Menschen stellen sich hin und zeigen: Schau! Das bin ich! Da fällt manchem eben nur die Kiste mit den ästhetischen Konventionen ein.
Als Dreingabe zeigt die Tänzerin und Aktivistin Ligia Lewis aus Haïti ihre Arbeiten. Da ging es um die Sklavenbefreiung, um das Sich-Verkleiden, und in einem stockfinsteren Raum hörten wir ein Märchen. Da steht man und ist so weit weg und gleichzeitig in sich drin.
Zu Fuß geht man dann 10 Minuten zum Potsdamer Platz, den ich mit Fritz vor 30 Jahren noch unbebaut und verwildert erlebt habe – wie in dem Film mit den zwei Engeln von Wim Wenders, Himmel über Berlin, glaube ich.
Und dann noch 3 Fotos von einem Spaziergang Richtung Friedrichshain. Da haben wir wieder Kopfsteinpflaster und einen Geschmack des alten Ostens, das alternative Berlin und einen Schuss Erotik noch …












