Der Ironman Hawaii
Hawaii zum Dritten. Mein Fahrradexperte Harald Glaser, der früher Leistungssportler war, wies mich auf den Ironman hin, der unauflöslich zu Hawaii gehört und erst den Boom der Triathlon-Wettbewerbe auslöste. Ich berufe mich da der Bequemlichkeit halber auf Wikipedia und schäle die interessantesten Punkte heraus.
Man kann ja nochmal in die Erinnerung rufen, was zu leisten ist: 3,86 Kilometer Schwimmen, danach 180,2 Kilometer Radfahren (1700 Höhenmeter) und zuletzt der Marathon mit seiner kanonischen Länge von 42,195 Kilometern. (Rechts: Schwimmteam aus Hawaii, 1924. Dank an Library of Congress Wash. D. C.)
Am 25. September 1974 gab es in San Diego den ersten Wettbewerb dieser Art, den Mission Bay Triathlon. 46 Sportler nahmen teil. Drei Jahre später kam die Diskussion auf, ob Schwimmer oder Läufer die stärkeren Athleten seien, und unter Einbezug einer Fahrradstrecke kam es so zum ersten Ironman auf Hawaii. Der Name kam anscheinend von einer Bemerkung von John Collins, der gesagt haben soll:
Whoever finishes first, we’ll call him the Iron Man.
(Wer Erster wird, den nennen wir den eisernen Mann.)
Am 15. Februar 1978 waren 15 Athleten am Start, und im Jahr darauf war es dieselbe Anzahl. 1979 wurde Lyn Lemaire (1951 geboren) als einzige Frau am Start auch die erste Siegerin des Rennens. Jeder Teilnehmer hatte ein persönliches Unterstützungsteam. 1980 hatte der Ironman schon 108 Teilnehmer. Dave Scott gewann in 9 Stunden und 24 Minuten, und er sollte das Rennen bis 1987 noch weiter fünf Mal gewinnen. 1982 wurde der Wettbewerb dann aus Wettergründen auf den Oktober verlegt. Von 1989 bis 1993 regierte Mark Allen aus den USA: fünf Siege hintereinander!
In dem Jahr 1982 machten sich in den Vereinigten Staaten vier Männer auf den Weg, um das Great American Bike Race über 5000 Kilometer zu bestehen, das dann unter dem Namen Race Across America (RAAM) weltweit bekannt wurde. Da wird wenig geschlafen. Es geht von der Westküste der USA zur Ostküste. Der Österreicher Christoph Strasser gewann es sechs Mal, dabei drei Mal hintereinander (2017 bis 2019), und er schaffte auch die schnellste Zeit: 7 Tage und 16 Stunden. Unter 12 Tagen muss man ankommen, sonst wird man disqualifiziert. Die Teilnahme kostet viel, etwa 50.000 Dollar, denn man braucht ein vielköpfiges Betreuerteam. (Rechts Wikimedia Commons, Start des RAAM 2007)
Beim Ironman Hawaii waren deutsche Sportler in den vergangenen 12 Jahren sehr erfolgreich. Sebastian Kienle gewann 2014, Jan Frodeno 2015, 2016 und 2019, und Patrick Lange entschied den Wettbewerb 2017, 2018 und 2024 für sich. In den Jahren 2023 und 2025 wurde der Männer-Wettbewerb nach Nizza verlegt, doch ab diesem Jahr ist der Startort dauerhaft wieder in Kailua-Kona auf Hawaii.
Und plötzlich merkte ich, dass ich nur die Männer erwähnt hatte. Mega culpa! So hat man das drin, die Männersicht. Paula Newby-Fraser (1962 geboren) gewann zwischen 1986 und 1996 acht Mal! Von 2000 bis 2006 schrieb sich die Baslerin Natascha Badmann sechs Mal in die Siegerlisten ein, und Daniela Ryf aus Solothurn gewann vier Mal hintereinander, von 2015 bis 2018. Das ist beachtlich.
Frauen haben auf Hawaii dasselbe Pensum wie die Männer und müssen in der Hitze auch den Marathon laufen, was sie seit 1981 tun, und hierbei sei daran erinnert, dass der Frauen-Marathon erst 1984 olympisch wurde. Vorher meinten die Funktionäre, die würden das nicht packen. – Am 30. Juli 1955 verbot übrigens der Bundestag des DFB den Frauen-Fußball- Das Verbot galt bis 1970. Erst am 2. Juli 1989 wurde das erste Frauenspiel im deutschen Fernsehen übertragen.