Die Frauen von Bougainville

Mein Besuch in Basel am 1. März, um zwei Museen zu besuchen, gab mir den Auftrag mit, 4 Artikel zu schreiben. Da ist man fast etwas überlastet. Die Sache mit den Frauen von Bougainville überfiel mich im Museum der Kulturen, es musste geschrieben werden, und also fange ich jetzt an und erzähle auch, wie es dazu kam.

Ich stand plötzlich vor Kesa, der Skulptur einer Königin, die aus Bougainville stammte. Das ist heute eine autonome Region von Papua-Neuguinea, und es war ein langer Kampf, bis die 8.800 Quadratkilometer große Insel ihre Autonomie bekam. Dann stand da noch der Satz, der mich packte, weil manipogo ja feministisch eingestellt ist:

In diesem Kampf nahmen Frauen eine führende Rolle ein. 

 

Bougainville liegt östlich von Papua-Neuguinea und gehört zu den Salomonen, während die Trobriand-Inseln, die wir morgen behandeln, mehr im Norden liegen, aber auch im Pazifik; 500 Kilometer trennen Bougainville und die Trobriands. Die Insel mit dem Hauptort Buka (auf einer benachbarten Insel) ist nach dem Pariser Offizier Louis-André Bougainville (1729-1811) benannt. Er gab auch diesen wunderbaren Blumen seinen Namen, die man einfach lieben muss.

 

 

Jetzt die Geschichte: Papua-Neuguinea wurde 1975 unabhängig. In Panguna entstand die zweitgrößte Kupfer- und Goldmine der Welt, und sie führte zu ökologischen Schäden. Die Revolutionäre Armee Bougainvilles startete Aktionen gegen den  Kupferabbau, und 1989 schloss der Betreiber die Mine. Ein Erfolg! Die Armee Neu-Guineas griff ein, es gab Krieg, der erst 2005 endete. Bougainville wurde eine autonome Region. 2019 sprachen sich 97 Prozent der 250.000 Einwohner für die vollständige Unabhängigkeit der Insel aus, die der Präsident Ishmael Toroama bis nächstes Jahr erreichen will. Und wo bleiben da die Frauen? Von ihnen schreibt Wikipedia nichts, denn das ist ein reaktionärer Verein.

Die Künstliche Intelligenz jedoch antwortete auf meine Frage nach Einsatz der Frauen im Freiheitskampf von Bougainville?, und ich zitiere das Ergebnis hier unten; was soll ich das noch groß umformulieren?

In den matrilinear organisierten Gesellschaften von Bougainville spielten Frauen eine entscheidende und oft unterschätzte Rolle im Freiheitskampf und Friedensprozess. Während des Bürgerkriegs (1988–1998) agierten sie … als aktive Friedensstifterinnen und Vermittlerinnen zwischen den Konfliktparteien.
Zentrale Rollen der Frauen:
  • Vermittlerinnen und Friedensstifterinnen: Frauen nutzten ihren traditionell hohen Status als »Mütter des Landes«, um zwischen der Bougainville Revolutionary Army (BRA) und den Regierungstruppen zu vermitteln. Sie wagten sich oft direkt in den Dschungel, um mit Kämpfern zu verhandeln und sie zur Niederlegung der Waffen zu bewegen.
  • Mobilisierung und Grassroots-Aktivismus: Durch Märsche, Gebetswachen, Petitionen und Massenversammlungen hielten Frauengruppen den Druck auf die Kriegsparteien aufrecht, Friedensverhandlungen aufzunehmen. Ein Meilenstein war das Frauentreffen in Arawa 1996, bei dem ca. 700 Frauen zusammenkamen, um eine gemeinsame Friedensstrategie zu entwickeln.
  • Humanitäre Versorgung: In abgeschnittenen Gebieten organisierten Frauen die Verteilung von »Friedenskörben« mit lebensnotwendigen Gütern wie Nahrungsmitteln und Medikamenten.
  • Politische Teilhabe: Obwohl sie in formellen Verhandlungen anfangs unterrepräsentiert waren, stellten Frauen Delegationen bei wichtigen Gesprächen (z. B. Burnham- und Lincoln-Abkommen) und erkämpften sich später feste Sitze in politischen Gremien wie dem Bougainville People’s Congress.
Wichtige Organisationen und Personen:
  • Leitana Nehan Women’s Development Agency (LNWDA): Gegründet von Helen Hakena, mobilisierte diese Organisation Frauen zur Mediation und Entwaffnung.
  • Bougainville Women’s Federation (BWF): Ein Dachverband, der die politische Teilhabe und die Rechte von Frauen im Nachkriegsprozess und beim Unabhängigkeitsreferendum 2019 stärkte.
  • Führende Persönlichkeiten: Frauen wie Helen HakenaAgnes Titus und Sister Lo.

 

 

 

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