Du hilfst dir selbst (4)

Wo sind diese anderen Ichs? Warum sehe ich sie nicht? Frederic Sculthorp hat einmal auf einer Jenseitsreise einen Doppelgänger getroffen, und sagen uns nicht manchmal Freunde: Du, ich hab einen gesehen, der sah aus wie du! Ein Doppelgänger!

Woher kommen unsere Gedanken? Könnte es nicht sein, dass einige uns eingegeben werden – womöglich wieder von uns selbst?

Wir haben eine rasche Eingebung … und folgen ihr, ohne uns lang zu besinnen; und machen eine wichtige Begegnung, etwas fügt sich, alles wird gut. Nur zu selten greifen wir »die Gelegenheit beim Schopf«, was von den Griechen kommt, die den Kairos vorübergehen wähnten, dessen Haupthaar man packen sollte. Wenn wir es tun, sozusagen vorsprachlich, ohne darüber nachzudenken, wird uns bisweilen ein kleines Glück geschenkt. Die Intuition kommt gewiss aus anderen Zonen unserer selbst, und gesegnet ist, wer ihr zu folgen vermag!

Das sind zwei hübsche Tschechinnen bei unseren Fahrradtreffen, vermutlich in Italien. Ich hoffe, sie vergeben mir, dass ich sie im Bild zeige

Diese anderen Ichs

Woher kommen unsere Träume? Wer spielt uns da etwas vor? Helfe ich mir mit ihnen auch selber? Überhaupt: Das Problem ist ja, dass es da anscheinend Personen gibt, die ich angeblich auch bin .,.. und nicht bin, denn ich kenne sie jetzt nicht. Wenn mir ein anderes Ich entgegenkommt, werde ich es wohl erkennen!

Frederick Sculthorp traf bei einer seiner Astralreisen seinen Doppelgänger.

Die späteren Stunden, die ich besuchte, waren eher wie die üblichen Schulstunden, und bei einer von diesen blickte ich zufällig zu einem Jungen neben mir, den ich für einen anderen Studenten hielt und merkte plötzlich, dass ich mich selbst betrachtete! Erst war ich bloß interessiert, bis ich sah, dass ich mich selbst anschaute, und dann vereinigten sich blitzschnell unsere Körper. … Ein paar Wochen später geschah in einem Saal dasselbe, doch diesmal waren meine geistigen Lehrer vorbereitet, und meine beiden geistigen Körper wurden voneinander getrennt gehalten.

Sowas gibt’s also. Wir freunden uns mit anderen an, die eindeutig unsere Geistesverwandten sind, wenn auch nicht schon andere Ichs; aber sie sind nah dran.

Denken wir auch daran, dass wir in meditativer Stimmung durchaus zu einem See »werden« können und das Gefühl haben, wir verflüchtigten uns, wir sind ganz dort drüben im See; wir sind der See. Das Bewusstsein projiziert sich leicht auf Anderes und vergisst sich zuweilen dabei.

Wenn ich mir vorstelle, ich treffe in der anderen Welt wie die Altenpflegerin hundert Wesen, die alle ich sind! Wir wissen zu wenig, und unsere Vorstellungskraft ist begrenzt. Von anderen Verschmelzungserlebnissen können wir später hören; es kommt vor, dass wir uns in einem/r anderen verlieren und plötzlich das Gefühl haben, sie/er ist ich!

Ich helfe mir vielleicht selbst aus einer anderen Dimension. Kann ich diese Hilfe akzeptieren? Oder meine ich, ich hätte sie nicht verdient? Wir müssen unsere Beziehung zu uns selbst klären und uns fragen: Lieben wir uns? Liebst du dich? Das ist der Dreh- und Angelpunkt.

 

Folgt Teil 5

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