Die Geschichte des E-Bikes

Ich will ja nicht viel vom E-Bike wissen, aber als ich vor über 3 Wochen zu unserem jährlichen Treffen nach Rehetobel fuhr, sah ich, dass meine Appenzeller Freunde im Obergeschoß des Museums die Geschichte des E-Bikes mit ein paar Ausstellungsstücken aufbereitet hatten. Daran kommen wir nicht vorbei, das sehen wir uns an!

Am elektrifizierten Fahrrad kommen wir auch nicht vorbei (außer wir beschleunigen auf 30 Kilometer pro Stunde), es ist nahezu omnipräsent, und es ist legitim zu fragen: Wie hat das angefangen? Ein Objekt wird erdacht und gebaut, macht seine ersten Schritte (wie ein Kind), wird verbessert und gelangt zur Reife. Bei unserem Fahrrad war das auch so. Was man nach der Reife noch dranbaut, muss nicht unbedingt sein (Federung, Scheibenbremsen), erhöht aber den Gewinn des Handels. Wenn alle gut versorgt sind, muss man den Leuten eben sinnlose Gadgets und Services aufschwatzen, sonst stagniert der Umsatz. Schauen wir uns noch einmal das Velo-Museum in Rehetobel an (steht an der Hauptstraße) und gönnen wir uns einen Blick in die Landschaft.

 

 

Unsichtbar ist jedem Fahrzeug dessen Geschichte eingeschrieben; auch wir sind hier und heute alles das, was wir gelebt haben. Gottfried Daimler baute übrigens 1885 das erste Motorrad, es war auch das Jahr des Benz-Motorkraftwagens und des Rover von John Kemp Starley, und 1912 wog das NSU Leichtmotorrad Pony 48 Kilo und fuhr 60 Sachen. Das E-Bike jedoch fährt elektrisch, sonst wäre es ja ein Moped. Ich versuche also zurückzublicken, und hoffentlich stimmt das so ungefähr.

Der Schweizer Philippe Kohlbrenner hatte auf einer bergigen Strecke den Einfall und baute einen Elektromotor ans Rad, gründete die Firma Flyer und schuf 1993 den »Roten Büffel« als ersten Prototyp, der in unserer Ausstellung aber noch fehlt. Schauen wir uns frühe Modelle an. – Die Firma Flyer in Huttwil musste Ende 2024 aufgeben, 150 Mitarbeiter verloren ihren Job, doch der Pionier selber hatte schon um 2001 aufhören und verkaufen müssen, und andere wurden damit reich. Das E-Bike kam, und wie!

Cockpit eines frühen E-Bikes

 

Ein Prototyp von 1991, Dadelo genannt, schwer beladen mit dem Elektromotor. Es ist von David Demuth, 10 Exemplare wurden hergestellt

 

Die F-Serie von Flyer aus dem Jahr 2000

 

Das Flyer Classic

 

Flyer Classic Faltrad von 2006

 

Besinnung und Orientierung. Das Velomuseum an der Hauptstraße ist leicht zu sehen und hat jeden ersten Freitag im Monat geöffnet

 

Das ist ein Renner! Steht auch in der Ausstellung

 

Wir Fahrer von »Bio-Bikes« und »Vélos musculaires« wollen unsere Elektrofreunde nicht ignorieren. Aber nehmt das Fahren nicht auf die leichte Schulter! In Deutschland verloren im vergangenen Jahr 462 Radfahrer ihr Leben, und 217 – fast die Hälfte – waren E-Bike-Fahrer. Zwei Drittel der tödlich Verunglückten waren älter als 65 Jahre. Die Fahrzeuge sind schwer, und plötzliche Gefahrensituationen überfordern manchen. Spaß soll es machen, und wir wünschen allen: Kommt sicher an euer Ziel!

Das Velomuseum hat auf seiner Homepage auch einen Bericht mit guten Fotos. Ich hatte mir Anfang Mai den Namen des Ex-Fahrradprofis nicht aufgeschrieben, der nun auch Mitglied ist. Sergio Gerosa heißt er. Er hat viele Heldentaten hinter sich, Teilnahme am Giro und vielen anderen Rennen.

 

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