Parallelwelten: Schauplatz III
Robert Monroe hat sich 40 Jahre lang in vielen Nächten auf seinen »Ebenen« herumgetrieben (»Focusse« klingt doof) und wollte für Ordnung sorgen. Neben der Focus-Reihenfolge legte er auch drei »Schauplätze« fest, und der dritte, Schauplatz III, interessiert mich am meisten. Dafür habe ich nochmals Journeys out of the Body durchgelesen, ein Buch von Monroe.
Auch der Brasilianer Waldo Vieira hat ganze Bücher mit Definitionen vorgelegt, Projecciologia konnte ich kaum ertragen. Bei Monroe hält sich das in Grenzen. Es ist auch einfach: Schauplatz I ist das Hier und Jetzt, Schauplatz II die Jenseits-Welt. Eine Stelle ergänzt recht gut den manipogo–Flugverkehr 143: Der Wind. Bob Monroe schreibt:
Mehrmals ist die Reisebewegung, die gewöhnlich rasch und glatt geht, durch einen, wie mir schien, heftigen orkanartigen Sturm im Raum, durch den man sich bewegt, unterbrochen worden. Es ist, als ob man von dieser unkontrollierten Kraft weggeblasen, willkürlich herumgeschleudert und wie ein Blatt von einem Windstoß umhergewirbelt würde.
Das ist Jenseitsforschung (am Schreibtisch). Man liest an verschiedenen Stellen von einem Phänomen und vergleicht die Auszüge miteinander. Eigentlich sollten das Physiker, Theologen oder Mediziner tun. Irgendwie erinnert die Stelle an das Brausen, das auftrat, als der Heilige Geist zu den Aposteln kam. Pfingsten war ja erst vergangenes Wochenende.
Bob jedenfalls hat eigene Erfahrungen gemacht. Das ist echte Feldforschung. Er gewahrte auf einer Astralreise ein großes Loch, spähte hinein, aber darin war alles schwarz. Irgendwann gelang es ihm, seine Schwingungen zu unterdrücken, seinen Körper um 180 Grad zu drehen – und er war drin, öffnete die Augen und sah etwas. Er kam später zu dem Schluss:
Irgendwie erwies sich Schauplatz III als eine physikalisch-materielle Welt, die der unseren fast gleich ist. … Da sind Wohnungen, Familien, Geschäfte, und Menschen arbeiten für ihren Lebensunterhalt. E gibt Straßen, auf denen Fahrzeuge verkehren. Es gibt Schienen und Züge.
Allerdings gibt es nichts Elektrisches, der Antrieb der Fahrzeuge ist unklar. Die Menschen hatten eine andere Geschichte und andere Sitten. Die Fahrbahnen waren breiter, die Autos größer. Monroe wurde nicht bemerkt von den anderen. Dann nahm er einen Menschen wahr, der ihm bekannt vorkam, »verschmolz« mit ihm und verdrängte dessen Geist. Bob war also kurzfristig jener Mensch geworden und dachte wie dieser: ein Architekt, der ein einsames Leben lebte und wenig Aufträge hatte. Er war sein »Ich-Dort«, eine Version seiner selbst. Der Mann lebte mit Lea zusammen, einer reichen, aber traurigen Frau, die ein Trauma hinter sich hatte.
Mehrmals trat Bob in den Körper des Mannes ein und übernahm dessen Rolle, doch als Lea etwas von ihm wollte, begriff er es nicht richtig und wusste nicht was sagen. Später hatte der Architekt einige Erfolge, entfremdete sich aber von Lea, und die beiden trennten sich; der Architekt war nun traurig.
Nun fragte sich Robert Monroe zu Recht: Was ist dieser Schauplatz III? Er ist nicht unsere Welt und auch nicht dessen Vorläufer oder Nachfolger. Wer weiß, vielleicht gibt es viele solcher Welten in den vielen Dimensionen? Er schrieb:
Es könnte eine rassische oder sonstige Erinnerung an eine physische Endzivilisation sein, die der bekannten Geschichte vorausgegangen ist. Es könnte eine andere erdenähnliche Welt sein, die in einem anderen Teil des Universums liegt und durch geistige Manipulation irgendwie erreichbar ist. Es könnte ein Antimaterien-Duplikat dieser physischen Erdenwelt sein, auf der wir uns befinden, aber insofern anders, als es Einheit für Einheit durch eine Kraft zusammengehalten ist, die unsere heutige Verständnisfähigkeit übersteigt.
Das ist Stoff für Science-Fiction. Wir müssen uns klar darüber sein, dass das nicht Erfindung ist, sondern etwas Erlebtes. Auch Monroes Schüler an seinem Institut, das im Juni 1991 die ersten Kurse anbot, haben andere Welten besucht. Sind wir bereit, das zu glauben? Jenseits von unserer Welt wartet Unermessliches auf uns; wir können nur mit Hamlet sagen:
Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, Horatio, von denen sich eure Schulweisheit nichts träumen lässt.
Oder im Original:
There are more things in Heaven and Earth, Horatio, than are dreamt of in your philosophy.
Verwandte Beiträge:
TestpilotInnen (58): Nicole Majik – Die Tür in der Wand (1) – Schattenwelt

