Ich – ein Team ? (8)
Lassen wir es bei 8 Stücken. Danach hatte ich noch über die Körper geschrieben, was ja auf manipogo bereits abgeliefert wurde, und der Rest ist nicht besonders spannend. Das Abschlusskapitel ist noch interessant; wir steigen zu gegebener Zeit wieder ein. Danke für euer Interesse (sollte es eines gegeben haben)!
Die Gegenstücke
Und was ist mit meinen Gegenstücken, die mich angeblich umkreisen? Ich habe jetzt und hier ja nur einen Bruchteil dessen gelebt, was mich ausmacht. Wir alle sind höchst komplex. Es wird vielleicht den Indianer geben, der in den Krieg zieht, den Mann, den Gewalt erotisch anstachelt, den Pedanten und den Perfektionisten, der seine Wohnung wie ein Heiligtum behandelt und den ewig Reisenden, der von Ort zu Ort wandert, vielleicht auch den Obdachlosen, dem alles egal ist. Wir alle können darüber nachdenken, was uns wichtig ist, was uns bewegt und was uns abstößt. Wenn wir etwas hassen, gibt es gleichzeitig eine geheime Anziehung. Seths Gedanken sind schräg, aber auch erregend.
Jede Inkarnation hat ihre Gegenstück-Leben, die wie Planeten um die Sonne kreisen. Und jedes Gegen-Leben denkt, die Sonne zu sein. Die Gegenstücke zertrümmern das alte Konzept der Reinkarnation.
Einige der Leute, die du nicht leiden kannst, könnten deine Gegenstücke sein. Sie zeigen Fähigkeiten, die du an dir nicht ausgebildet hast.
Wir sind alle unsere eigenen Gegenstücke.
Manche Mitglieder drücken verdrängte Tendenzen von anderen aus.
Du wurdest … ausgesandt von einem Superselbst, das sich Existenz in physischer Form wünschte.
Du bist keine spirituelle Zitadelle. Du bist mehr als die Summe deiner Teile. Ein offenes spirituelles System, ein Kraftwerk der Kreativität.
Nein, du bist nicht deine Vorväter und auch nicht deine Reinkarnations-Geschichte. Sieh alles! Du bist wie das Blatt einer Pflanze.
Atome sind Muster von Unvorhersehbarkeit. Atome können sich in verschiedene Richtungen gleichzeitig bewegen.
Das ist viel Material. Warum zertrümmern die Gegenstücke das alte Konzept der Reinkarnation? Weil sich nicht eine Seele jeweils einen neuen Körper schnappt, sondern weil sie Teile von sich aussendet, die sich zehn Körper schnappen (oder erschaffen), die wiederum kreativ werden und ihre Widersprüche ausleben – durch Gegenstücke. Wie kann ich mein eigenes Gegenstück sein? Vielleicht von der Gesamtseele aus betrachtet. Ich bin vielleicht völlig anders als andere Facetten meiner Seele und wäre erstaunt, wenn ein Wesen, das ich auch bin, so völlig unterschiedlich von mir auftritt. Beobachten wir einmal unsere Widersprüche und stellen sie uns zehn Mal verstärkt vor.
Seth hat die Parabel der vielen Inseln verwendet.
Die erste Insel ist schlau und schickt ihren Geist zu dir, der sagt: »Du bist ich, nur ohne Sand und Palmen.« Ihr Nachbar erwidert: »Ich weiß. Ihr seid ich ohne meinen hochragenden Vulkan, nichts wissend von der donnernden Magie der fließenden Lava; ruhig und etwas dumm seid ihr, wenn ihr die Wahrheit hören wollt.«
Eine weitere Insel ist felsig und sagt den anderen: »Ich bin ich, und ihr müsst unvollständige Versionen meiner Realität sein. Ich wäre nicht gern ein öde Insel mit Sand und Palmen oder eine neurotische Landschaft mit brennender Lava … Mein Leben ist besser, und ihr drei seid nur schattenhafte Gegenstücke von mir.« Worauf die erste Insel sagt: »Ich nehme an, dass jede von uns im Recht ist. Und überdies frage ich mich, ob wir wirklich Inseln sind.«
Dann besuchen sich die Inseln gegenseitig (sie schicken ihren jeweiligen Geist hin), und die Vulkaninsel ist vom Frieden auf der Palmeninsel begeistert und lernt, den Vulkan ein paar Jahrhunderte ruhen zu lassen, und Vögel tragen Samen zu der öden Insel und auch an die Hänge des Vulkans, und sogar die öde Felseninsel wird befruchtet, während andere von ihr Strenge und Hartnäckigkeit lernen.
Seth:
Damit endet unsere Analogie. Der Geist jeder der vier Inseln war für sich genommen intakt, und der Austausch zwischen ihnen war gewollt. Ihr seid keine unverbundenen Inseln, außer wenn ihr es wünscht. Jedes Gegenstück sieht die Realität aus seiner Perspektive, und keines überwältigt den anderen oder überfällt ihn.
Das hatten wir auch schon einmal: die Insel-Parabel. Sei’s drum!