Verschränktes Bewusstsein

In meinem Beitrag über Telepathie hatte ich auf das Phänomen hingewiesen, dass zwei Menschen, die blutsverwandt sind oder sich lange kennen, einen gemeinsamen inneren Rhythmus ausbilden können. Sie verstehen sich blind, sie funktionieren synchron, ohne es zu wissen. Das ist wie in der Quantenphysik. Wir sind ein Bündel aus gigantisch vielen Teilchen, und im Untergrund kommt es zu einer Synchronisierung. Manchmal wird einem das im Leben demonstriert.

Bei mir gibt es diese geheimen Verbindungen zu meiner Mutter und meiner Schwester sowie zu Giovanna, die ich seit vielen Jahren kenne. Ich habe dann das Gefühl, das Leben richte sich nach verborgenen Gesetzen und nicht nach dem, was wir wollen.  

Irgendwann im Frühsommer fuhr ich von Zürich nach Hause ins Badische, und mein Mutter kam aus Landsberg angereist. Innerhalb einer Stunde waren wir zur Stelle, ich gekommen aus Südosten, sie aus Osten. Sie blieb dann zehn oder zwölf Tage. Dann wollte ich wieder los und sie am Tag zuvor. Nein! Das Gesetz lautete, dass wir, die wir gleichzeitig angekommen waren, auch gleichzeitig wieder abreisen sollten. Meine Mutter irrte sich im Zug und musste zurückkommen. Am nächsten Tag fuhren wir beide los, in verschiedene Richtungen, zur selben Stunde. 

Anfang Juni 2011: Ich hatte Rom erreicht und keine Lust mehr. Ich rief meine Mutter an und sagte ihr, ich würde den Nachtzug nach München nehmen, um sie zu besuchen. Ohne dass ich es gewusst hätte, wollten auch meine Schwester und ihr Mann nach einem Jahr wieder zu ihr kommen, und innerhalb einer Stunde trafen wir drei alle ein. Einmal besuchte ich eine alte Frau mit dem Rad bei Lahr, und meine Schwester war ohne mein Wissen am Tag davor bei ihr gewesen, nach langer Zeit wieder.  

In Rom Ende Oktober entschloss ich mich, an einem Freitag zurückzureisen. Ich wusste so halb, dass Giovanna zwei Tage später, am Sonntag, in meiner Wohnung kurz Halt machen wollte, um von dort nach Frankfurt zu reisen, von wo das Flugzeug nach Mexiko ginge. In Mailand musste ich drei Stunden warten. Ich hatte einen Zug von Mailand nach Basel nehmen wollen und lernte nun, dass dies nicht ging; ich musste über Zürich. Rief Giovanna an. Sie wollte auch am Freitag anreisen, sagte sie, werde um acht Uhr am Abend in Zürich am Bahnhof sein, wir könnten gemeinsam nach Basel. Mein Zug hatte dann Verspätung, ich rannte, um die Fahrkarten zu besorgen, und dann traf auch Giovanna ein, 15 Minuten nach mir.  

Und dann, als ich Landsberg verließ nach der Abdankung: Ich fuhr im Auto meiner Schwester mit nach Singen, nahm die S-Bahn nach Schaffhausen und dann eine weitere nach Zürich-Flughafen. Von dort noch einen Bus. Giovanna rief um 19.20 Uhr an. Ich sagte, ich hätte noch 20 Minuten vor mir. Sie erwiderte, dann werde ich bestimmt vor ihr im Haus sein. Dann aber dauerte es für mich noch 40 Minuten bis zum Flughafen, dann verirrte ich mich noch in den Ebenen und nahm endlich den Bus. Er hielt gegenüber des Hauses an, und der aus der Gegenrichtung lud auch gerade seine Fahrgäste aus.  

Und da, direkt vor den Garagen, um 20.20 Uhr, trafen wir uns. (Meine Schwester und Mann und Mutter waren mit dem Auto von Singen über Tuttlingen und Freiburg gefahren. Sie waren um 20.15 Uhr daheim. Ganz wenig Verkehr, sagten sie. Unheimlich fast. Das Gesetz musste stimmen. Ist es Zufall? Und ist es Planung, dann ist es eine Planung, für die man tatsächlich ein allwissendes Großhirn bräuchte, Typ eine Million Gigabyte. Man kann das nicht planen. Ich weiß, dass wir gemeinsam ankommen werden. Das ist völlig klar.

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