Weihnacht in Züri

Wir fuhren in die große Stadt und sahen mit einer Handvoll anderer Liebhaber im arthouse einen indischen Autorenfilm, den man als liebenswert bezeichnen muss und der nach Weihnachten vorgestellt wird: Die Lunchbox. Zürich war weihnachtlich geschmückt, und Läufer rannten durch die Stadt. Es war Sonntag. 

Wir schauten uns das bei einem riesigen Glühwein aus einem Café an der Straße an.  Wir ließen die anderen laufen. Das war schon Kino.

Nach dem Film kam man gar nicht mehr über die Straße, und einige Läufer waren wie Nikoläuse gekleidet, andere wie Sträflinge, es war nicht zu kalt, und statt der Läufer starrte ich in den Himmel, sah drei Monde oder vier (es konnte nicht der Glühwein gewesen sein, das war lange her) und fotografierte da hinauf.

Dann tat sich die Lücke auf, die Läuferschar dünnte aus, und wir konnten den Rennweg entlanggehen, der wie die Bahnhofstraße mit einer künstlichen Milchstraße aufwarten kann.

Dann noch Weihnachtsgesang und Wurst im Gedränge, und Giovanna stöhnte: »Was für eine wunderbare Stadt … wenn sie nur nicht so teuer wäre!« Ist dann auch schon egal, wir gingen zum Bahnhof und schoben der Wurst eine süße Crêpe hinterher. Von dort, wo wir standen, sahen wir den Weihnachtsbaum von Swarovski und den Himmel, der aber der Himmel des HB (Hauptbahnhof) Zürich war. Wiinacht i Züri!  

 

 

 

 

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