Hinein ins neue Zeitalter!

Also rein in 2015. Im alten Jahr las ich noch das Psi-Info, das Lucius Werthmüller vom Basler Psi-Verein vier Mal im Jahr vorlegt. Da las ich dann, was ich nicht mitgekriegt hatte, und nun kann ich euch – falls es interessiert – gleich etwas über Esoterik und die Psi-Szene Schweiz berichten, etwas verzögert, aber manipogo ist ja kein tagesaktuelles Medium.

Lucius beklagt sich, dass der Psi-Verein oft Schwierigkeiten mit seinen Geschäftspartnern habe, die auf das Stichwort Esoterik mit Ablehnung reagieren und die Zusammenarbeit beenden. Kann das sein? Lucius wird recht haben: Der Begriff Esoterik ist ein Reizwort und mittlerweile im Mülleimer gelandet. Alle möglichen selbstgerechten (und rechten) Leute meinen, »Esoteriker« angreifen zu können.

Dieser ganze irre und beflissene Correctness-Wahn treibt Blüten. Viele haben Angst, das Falsche zu sagen, damit ja niemand diskriminiert wird, und wer einen Fehler macht, steht gleich am Pranger. Wer Esoteriker attackiert, muss jedoch keine Angst haben, einen Fehler zu machen, denn das ist okay. So gibt es fröhliche neue Hexenjagden auf Gruppen, die ein schlechtes Image haben (Esoteriker, Islamisten, Technikgegner). Eine freie, demokratische Gesellschaft stelle ich mir anders vor.

Lucius hat jedenfalls beobachtet, dass die wissenschaftliche Parapsychologie ebenfalls am Ende ist. Kaum einer interessiert sich mehr für sie. Sie war vor 20 Jahren schon eine Randerscheinung, hatte vor 40 Jahren mal ein Hoch, aber sonst sank und sinkt alle Forschung übers Übernatürliche ins schwarze Loch. Mir geht’s ja ähnlich, ich habe das Beweisen-Wollen und Erbsenzählen satt, aber komisch, die Anbetung von Technik und Naturwissenschaften ist anderswo auf dem Höhepunkt.

So ist es kein Wunder, dass im vergangenen Juli die SPG aus Zürich, die Schweizer Parapsychologische Gesellschaft, Konkurs anmeldete. Bei der letzten Versammlung waren neben dem Vorstand nur noch sieben Mitglieder anwesend; das sagt alles. Zur besten Zeit, in den 1990er Jahren, hatte die SPG 1000 Mitglieder. Sie war 1952 gegründet worden, und über Peter Ringger hatte ich einmal geschrieben. 1966 kam die SVPP hinzu, die Schweizer Parapsychologische Vereinigung (erst Biel, dann Bern), die dann 2011 die Segel strich. Bleibt der Basler Psi-Verein, denn dem Psi Forum Ostschweiz in St. Gallen geht es auch nicht so gut.

Der Basler Psi-Verein hat die Zeichen der Zeit erkannt. Sein Angebot wird angenommen, die Vorträge und Workshops werden gut besucht. Mir ist sein Angebot manchmal zu reißerisch und zu populär, aber Lucius Werthmüller liegt nicht falsch. Wenn wir es nicht so machen, können wir einpacken. Aber was heißt da wir?

Wie nennen wir das, was uns umtreibt, was wir lieben, was wir fördern wollen, wenn Esoterik nicht geht? (Esoterik heißt Innenschau, der Blick in die Tiefe … die Oberfläche, das ist die Exoterik.) Bleibt nur Spiritualität, und ich habe ja einmal den Begriff spirituelle Wissenschaft angeregt. manipogo will spirituell sein, das heißt: dem Geist zugeneigt, dem Wahren, Schönen, Guten, den starken Kräfte im Menschen. Diese Gedanken sollen mich auch im Jahr 2015 leiten.

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