Bobbi Kristina Houston Brown

Heute feiert manipogo dritten Geburtstag und geht in sein viertes Jahr. Den Plan dazu hatte ich im März 2012 in Spanien gehabt, und der Starttermin 9. August war der 49. Geburtstag Whitney Houstons, den sie nie erlebte: Sie wurde an meinem Geburtstag, dem 11. Februar 2012, tot in Los Angeles aufgefunden.

Das war sehr traurig. (Genau steht die Vorgeschichte von manipogo im ersten Artikel, Das Orakel.) Whitney Houston hatte Beruhigungsmittel, Alkohol und Kokain im Blut, als sie im Hotel in zu heißem Wasser badete. Ihr Herz war zudem geschädigt. Sie ertrank. Es war am Tag vor der Grammy-Verleihung.

Ihre 22-jährige Tochter Bobbi Kristina Brown wurde Ende Januar dieses Jahres in einer Badewanne aufgefunden, in ihrem Haus. Seither, als sie wohl irreversible Hirnschäden erlitt, begleitete die weltweite Regenbogenpresse geierhaft ihren Weg, der sie in ein Sterbehospiz führte. Dort starb Bobbi Kristina Houston Brown am 26. Juli.

Ich hatte diesen Artikel schon vorher verfasst. Die letzte Aktualisierung war vom 25. Juli, 19.46 Uhr, und ich hatte geschrieben: »Seit Monaten wird das Mädchen, dessen Vater der Sänger Bobby Brown ist, totgesagt, aber der Tag ihres Todes ist wohl nicht mehr fern.« Es war der Tag, der anbrach, der nächste Tag. 

2011 trat ihre Mutter bei Wetten dass … auf und sang den Titelsong ihres letzten Albums, I Look to You. Da geht es um die Liebe, es ist die übliche pathetische Übernummer, aber da Whitney als Gospelsängerin angefangen hat, könnte man den Titel auch als Anrufung werten, als eine Art Gebet: I look to you; ich richte meine Augen auf Dich, Du gibst mir Kraft. Die Verherrlichung der romantischen Liebe im Musikbusiness zeigt ja, worum es geht.

In dem Youtube-Film deutet Whitney auch auf die Zuschauer, und da »you« auch »ihr« bedeuten kann (Mehrzahl), sagt sie vielleicht auch: Ihr gebt mir Kraft. (Die dann, am 11. Februar 2012, fehlte.)

Ibn Arabî hat im 13. Jahrhundert erotische Gedichte geschrieben und verteidigte sich, als er deswegen angegriffen wurde, damit, es gehe eigentlich um den Schöpfer. In dem Youtube-Film sehen wir auch mehrmals Bobbi Kristina, die damals 18 Jahre alt war (wir sehen sie öfter in den Minuten 6:34 bis 7:49). Dieses arme reiche Mädchen, Erbin von Houstons Millionen, war wohl ziemlich alleine und hatte keinen, der auf sie achtgab. Wie ihre Mutter hatte sie, wenn man den Berichten Glauben schenkt, einen gewalttätigen, geldgierigen und vielleicht Drogen liebenden Freund, und sonst war sie wehrlos.

Whitney Houstons Tochter soll Oprah Winfrey, die ihr verbunden war, gesagt haben, der Geist ihrer Mutter sei noch bei ihr. Sie wurde mit den Worten zitiert: »Ich kann immer noch mit ihr lachen und mit ihr sprechen. Ich kann hören, wie ihre Stimme mir sagt, ›beweg dich, Baby, ich seh dich‹. Sie ist immer bei mir; ich kann sie immer bei mir spüren. Ihr Geist ist so stark, ich fühle die ganze Zeit, wie sie durch mich hindurchgeht.« Bobbi Kristina sagte auch: »Im ganzen Haus gehen die Lichter an und aus, und manchmal will ich fast fragen, Mum, was machst du da?«

Ein Schmetterling, Symbol fürs Weiterleben. Den Himmelblauen Bläuling sehe ich oft am Rhein, wo ich am Tag von Whitneys Beerdigung einen toten Schwan fand

 

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