Noahs Arche (2)

Gehen wir also auf die Erinnerungsseite der NAS (Noah’s Ark Society) und hören wir, wie es zur Gründung kam. Das ist meistens abenteuerlich, weil auch die Geister mitwirken, die ein Interesse daran haben, dass sie in  unserer Welt bemerkt werden. Die englische Psi-Szene war immer stark, und wenn wir an Fußball und die Popmusik denken, müssen wir sagen: O Großes Britannien!

Florence_Marryat_SchriftstellerinIm März 1989 erschien eine Anzeige von Stuart Heller und seiner Frau Valarie, mit der sie Teilnehmer an einem Home Circle in Ilkeston suchten. Hellers Geisterteam hatte ihn gebeten, einmal im Monat, an einem Samstag, eine Séance abzuhalten. Die Gruppe kam zusammen und besuchte bald das berühmte Medium Leslie Flint (1911-1994), das bei Noah Zerdin »gelernt« hatte. 1990 entwickelte sich Hellers Begabung weiter. Sein Team wollte, dass er in einem »Kabinett« säße (eine vom Raum abgetrennte Ecke), und Stuart Heller entwickelte allmählich die »direkte Stimme«. Häufiger Gast bei den Séancen war die 1899 gestorbene Romanautorin Florence Marryat, die sich in den letzten Jahren ihres Lebens für den Spiritualismus interessiert hatte.

Im Mai 1990 meldete sich unversehens eine unabhängige Stimme — Noah Zerdin selbst, der an diesem Tag 1931 The Link gegründet hatte. Er forderte: »Gründet eine Gesellschaft, die den physischen Mediumismus (also die  Materialisationen) bekannt macht und fördert!« Grundlegendes über diesen hat Lucius Werthmüller einmal in seinem Blog geschrieben. Er hat ja viele Séancen miterlebt und fehlt immer noch, drei Jahre nach seinem Tod. Wir machen weiter, Luci!

Hauptsächlich wegen Zerdins Vornamen kam die Gruppe auf »Noah’s Ark Society«; doch ging es auch darum, mediale Arbeit vor dem Aussterben zu retten (wie die Arche ja unsere Spezies gerettet hatte), und Noahs Arche muss voll mit Psi-Kräften und spirituellem Wissen gewesen sein.

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Erster Präsident wurde Stuart Heller, und Robin Foy, die treibende Kraft, übernahm das Amt des Generalsekretärs. Ihn habe ich 2013 in Spanien mal getroffen, er baute mit seiner Frau Sandra und einem weiteren Ehepaar die Scole-Gruppe auf, die von 1992 bis 1998 bedeutende Phänomene erzielte; von ihr wird morgen und übermorgen zu sprechen sein.

2024-03-05-0002Mitte der 1990-er Jahre stieß Colin Fry, der Leiter eines Teppichgeschäfts, zur Gruppe und wurde ein exzellentes physikalisches (oder physisches) Medium … die andere Art ist der mentale Mediumismus, der Gedanken und Empfindungen überträgt. Für einen Zirkel in Hove hatten sie einen Teppich gebraucht; Leslie Flint lebte ein paar Straßen weiter. Er starb 1994, als ich gerade in Freiburg die Parapsychologie entdeckte. Schade! Da überkommt mich leise Trauer, denn ich war einige Male da unten in Worthing und Brighton, wo die großen Dinger passieren.

Einmal wurde Colin Fry mitsamt dem Stuhl levitiert, durch eine Wand teleportiert und im Nebenzimmer wieder abgesetzt. Er wurde Vizepräsident der NAS und starb 2015, erst 53 Jahre alt. In seinem letzten Interview erklärte das Medium, das unter Lungenkrebs litt, es habe »absolut kein Problem damit, seinen Körper zurückzulassen«, es würde glücklich sein; schlimmer wäre es, seine Persönlichkeit und seinen Charakter zu verlieren, denn »das ist es, was wir sind«.

Eine Großtat war die Digitalisierung der Zeitschrift The Ark Review, was Lew Sutton in langer Arbeit besorgte. Man muss etwas herumklicken, doch erhält man Zugang zu all den Heften aus 14 Jahren, und das ist faszinierend … wie auch das Buch Witnessing the Impossible von Robin P. Foy über die Scole-Gruppe, die gleich morgen drankommt.

 

 

 

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