Reis in Thailand

Auf unserer Zugfahrt von Chiang Mai nach Sukkothai wich das Gebirge allmählich zurück, und wir fuhren eine oder zwei Stunden an Reisplantagen vorbei. Über ihn kann man einmal sprechen; Südostasien ist ohne Reis nicht denkbar. In manchen Gegenden bedeutet die Frage «Hast du heute schon Reis gegessen?«, dass man sich nach dem Befinden des Gegenüber erkundigt: Geht’s dir gut?

Da stellte ich mir die Frage: Was aßen die Europäer vor der Kartoffel, die ja erst vor 500 Jahren in Südamerika entdeckt und hierher importiert wurde? Im Mittelalter aß man meistens Brot aus Getreide, dazu Gemüse oder Bohnen. Als die Kartoffel eingeführt wurde, entstanden im Piemont (Nordwestitalien) die ersten Reisanbaugebiete, verewigt durch den Film Riso amaro mit Silvana Mangano (Regisseur Giuseppe de Santis, 1949).

Doch wir sind in Asien und fahren vom Bahnhof Chiang Mai in Richtung Süden.

Unten ein sehr kleiner Bahnhof und die Reisfelder, die natürlich im Quellgebiet des Flusses Chao Phraya liegen. Die italienischen Reisfelder sind am Po angesiedelt. Den Fluss braucht man, um die Felder zu bewässern.

In Bangkok schenkte uns die Hotelbesitzerin Sticky Rice mit Mango. Das ist ein beliebtes Dessert. Es ist süßer Reis, angemacht mit Kokosmilch, der, wie der Name sagt, klebrig ist. Khao niao nennen ihn die Thailänder, bei uns heißt er tatsächlich Klebreis. Der herkömmliche Reis ist der Steamy Rice, der in Dampf oder heißem Wasser quillt. Er begleitet alle Gerichte und vornehmlich die Currys, die ja flüssig sind (Red Curry, Green Curry) und eine Substanz zum Aufsaugen brauchen. – Ich kaufe im Fairtrade-Laden der Caritas in Heitersheim gern Reis von thailändischen Kleinbauern, der Hom Mali heißt. So esse ich auch hier jeden Abend Reis aus Thailand. Das Land ist übrigens der sechstgrößte Reisexporteur und erntete (2007) 30 Millionen Tonnen.

Bei Wikipedia lesen wir, dass die Landwirtschaft nur noch 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukt erwitschaftet, aber dass 30 Prozent der Bevölkerung auf dem Land arbeiten. Der Tourismus ist ein wichtiger Erwerbszweig des Landes, doch nicht alle der 72 Millionen Thailänder profitieren davon. Vier Millionen Arbeitsplätze hängen vom Tourismus ab.

 

 

 

 

 

 

Die Kommentarfunktion ist derzeit geschlossen.