Menschenhandel in Lateinamerika

Erst wollte ich Anrufungen von Paramahansa Yogananda zu Buddha bringen, dann stieß ich auf einen Artikel über Sklaven- und Mädchenhandel in Lateinamerika, und das hat Vorrang. Am 16. Januar schrieb Henrry (sic!) M. Rodriguez in der Online-Zeitschrift Criterio Hn über moderne Sklaverei in Lateinamerika. Über das, was heute abläuft.

Der Menschenhandel sei eines der schrecklichsten und dramatischsten Verbrechen, die in den Betroffenen lebenslange Qualen hinterlassen, schreibt Rodriguez. Es gehe um die sexuelle Ausbeutung von Kindern, Organhandel und Entführung zum Zwecke der Zwangsarbeit. Weltweit rechnete man im Jahr 2022 mit 50 Millionen Opfern. In Lateinamerika haben wegen Armut, sozioökonomischer Ungleichheit, politischer Instabilität und Korruption Menschenhändler leichtes Spiel. Internationale Zusammenarbeit existiere ebensowenig wie politischer Wille, dieser Geißel entgegenzutreten.

Zwangsarbeit und sexuelle Ausbeutung sind in Lateinamerika laut den Vereinten Nationen die hauptsächlichen Arbeitsfelder der modernen Sklaven.  Die Hälfte der Opfer sind Frauen, die zu 87 Prozent ins Sexgeschäft wandern. Die meisten müssen in Haushalten Dienst tun. Männer, zu 57 Prozent die Opfer, werden zu harter körperlicher Arbeit gezwungen. Die Verwundbarsten sind Kinder und Heranwachsende, und sie kommen meist aus Ecuador, Mexiko, Brasilien und Kolumbien. Die Händler versprechen ihren Eltern Geld und sozialen Aufstieg, machen manchmal Heranwachsende in sich verliebt, nehmen ihnen die Dokumente weg oder drohen mit Anzeigen. Die Eltern, in extremer Armut lebend, geben oft klein bei.

Aus Venezuela, das zahlreiche Krisen erlebte, sind iin den vergangenen Jahren 7,7 Millionen Menschen geflüchtet. Sie fallen oft auf die Menschenhändler herein. Es gebe zwar diverse Programme und Initiativen, so in Ecuador und Mexiko, doch die Erfolge sind äußerst gering. In einigen Regionen stecken politische Funktionäre sogar mit den Menschenhändlern unter einer Decke. Eine taugliche Strategie fehlt, und die Ordnungskräfte sind meist unsichtbar oder schauen weg. Immerhin habe es im Oktober 2022 bei einer Konferenz einmal einen technischen Dialog über den Menschenhandel gegeben.

Das Schlusswort des Autors:

Es handelt sich nicht nur um eine juristische oder polizeiliche Herausforderung. Es handelt sich um eine humanitäre Krise, die an die gesamte Gesellschaft appelliert und nach einer Veränderung verlangt, damit die Menschenwürde über die Profitgier gestellt wird. Der Schlüssel ist, ein kollektives Bewusstsein dafür zu schaffen, dass diese Geißel verschwinden muss. Nur mit einem entschiedenen Kompromiss und einer koordinierten Aktion kann der Gefahr entgegengewirkt werden, dass die Anstrengungen fragmentarisch und unzureichend bleiben. 

 

 

 

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