Der große Entwurf

Beim Radfahren nach Freiburg (Anfang September) kamen mir gewaltige Gedanken, die man nicht in Vergessenheit geraten lassen will. Dieser große Entwurf ist diskutierbar, aber wir wollen ihn skizzieren. Wir kennen das Design der Schöpferquelle nicht, wir haben nur Vermutungen. Doch nachdenken darüber ist nicht verboten.

Ich dachte mir also: Die Einzelseele soll sich perfektionieren und schließlich zu Gott zurückkehren. Die ganze Menschheit soll das Göttliche in sich entwickeln und zu einer guten Seele werden. Vielleicht ist das der Plan. Diese Aufgabe ist uns gestellt: zu einem liebenden Ganzen zu werden, unseres Schöpfers würdig, der uns aus Liebe erschaffen hat. Wir sollen werden wie Er/Sie.

Pax heißt Friede auf Lateinisch. Die Tauben verkörpern ihn

Wir sind mit diesem Projekt alleine. Wir müssen unsere Welt zum Paradies gestalten. Der Homo sapiens ist vor 2 Millionen Jahren entstanden, und er hat sich vervielfätigt, bis er seit 4000 Jahren in vielen Millionen Exemplaren (mittlerweile sind es 8 Milliarden) eng zusammenlebt. Die Aufgabe ist es, harmonisch und in Liebe zusammenzusein. Das gelang bislang nur recht und schlecht. Es hat viele Millionen Opfer gekostet. Allein im 20. Jahrhundert werden bei den beiden großen Kriegen und den Völkermorden 100 Millionen Menschen gestorben sein.

Jeder gewaltsame Tod ist furchtbar, jedoch nur eine Episode. Es leben ja alle weiter, sie inkarnieren sich neu, es ist ein gigantisches Schauspiel. Wenn es nicht zynisch klingen würde, müsste man sagen: Alle Opfer werden eines Tages anscheinend nötig gewesen sein, um die Menschheit zu belehren.  Es wird noch Jahrhunderte dauern, vielleicht Jahrtausende, und es wird immer wieder Massaker geben. (Pater Pio sagte einst, ein Krieg werde zwei Drittel der Menschheit auslöschen. Hoffentlich kann man das noch abwenden.) Und eines Tages wird die Menschheit einsehen, dass sie eine Familie ist.

Die Nachbarin aus einem anderen Stamm mit einer anderen Religion ist meine Schwester, der Nachbar von dunkler Hautfarbe mit seinen seltsamen Gebräuchen ist mein Bruder. Jede einzelne Seele muss Herausforderungen bestehen und Liebe lernen, um endlich ganz zu werden. Die Menschheit hat dieselbe Aufgabe. Es ist unser aller Job. Schon Swedenborg sprach um 1750 davon, nachdem er mit den Engeln gesprochen hatte, dass das Himmelreich einem Menschen entspreche. (Oder einem Wesen mit Bewusstsein, von Außerirdischen sprach er auch.) Und jeder Mensch ist alle Menschen.

Wir haben unseren freien Willen. Das Böse geschieht, weil wir unseren Egoismus auf Kosten anderer durchsetzen. Die andere Welt versucht stets, das Böse zu verhindern, doch es gelingt nur selten. Wir sollen das Ego in uns kleinhalten und an den anderen denken. Steht ja alles in den Evangelien, Jesus Christus war der beste Lehrer. Aber die Menschen waren in den vergangenen 2000 Jahren noch nicht weit genug, und die Buddhisten sind nicht viele. Wir müssen die Brücke überschreiten.

Und dann hatte ich noch einen anderen Gedanken:

Wie doch in einer Stadt die Meinungen aufeinanderprallen! Eine Gruppe versucht die andere zum Schweigen zu bringen, sie zu besiegen. Doch auch eine Stadt ist wie eine komplexe Seele. Alle Anteile gehören zur Gesamtpersönlichkeit, sie wollen alle respektiert werden und ihr Leben leben können. Stadt oder Welt: Sie sind wie unsere Seele. Der Weg ist weit, doch wir werden es eines Tages schaffen, und dann wird man an vergangene Jahrhunderte denken wie an die graue Vorzeit, in der die Menschen verblendet waren.

Erst einmal aber das Jahr 2026, lassen wir es beginnen. Ich wünsche euch allen, dass es rundum gut wird!

Die Kommentarfunktion ist derzeit geschlossen.