Wer bin ich?
Bilder der Identitätssuche bietet die Sammlung Prinzhorn in Heidelberg mit Kunst von Psychiatrie-Patienten. Ich war nach 13 Jahren wieder dort; zuletzt war das im September 2012 mit meiner Mutter, in den ersten Tagen von manipogo. Die Sonderausstellung ist mit Wer bin ich? betitelt, und sie dauert noch bis 19. April. Sehenswert. Und das passt zum Beitrag von gestern.
14 Mal habe ich schon über die Prinzhorn-Sammlung geschrieben, in den letzten beiden Jahren aber nur einmal im Jahr. Noch dieses Jahr bangte man wegen drohender finanzieller Kürzungen, schließen zu müssen. Nun kann nächstes Jahr wohl das 25-jährige Bestehen gefeiert werden. Wie bereits erwähnt, legte Hans Prinzhorn (1886-1933) mit seiner Sammeltätigkeit den Grundstock. Er veröffentlichte auch 1922 das Werk Bildnerei der Geisteskranken. Bis zum Museum hat es aber noch lange gedauert.
Zeigen wir erst das Haus und werfen wir einen Blick in den Ausstellungsraum.
Konzentrieren wir uns auf 2 Künstlerinnen. Sonja Gerstner lebte von 1952 bis 1971, sie ist nur 19 Jahre alt geworden. Sie zeichnete sich im Isolierzimmer (damals ging es hart zu in der Psychiatrie, Einzelhaft war nicht selten), im Bann ihrer Dämonen, und sie porträtierte sich selbst.
Alexandra Galinova lebte von 1936 bis 2021. Ihre Bilder treffen einen ins Mark. Da ist das Leid direkt auf die Leinwand geflossen. Nie habe ich eine treffendere Darstellung der Depression gesehen. Diese Bilder sollte in einem konevntionellen Museum hängen, sie sind ein Extrem des Selbstausdrucks, radikal und so bedrückend …
Verwandter Artikel:
Elementarkräfte (der erste Artikel über Prinzhorn, 6. September 2012: Es war der 28. manipogo-Artikel. Mittlerweile sind es 3894.)








