Peter Wyss und seine Rita

Das war eine Erzählung, die mich richtig mitgenommen hat. Peter Wyss, ein mittlerweile pensionierter Lehrer, schilderte im Sommer Franz Dschulnigg (sein Kanal heißt bekanntlich Empirische Jenseitsforschung), wie ihm seine Jugendliebe Rita erschien, und er formulierte präzise, sprach in leuchtender Klarheit und war auch sehr ehrlich. Wunderbare Worte. Man sollte es sich anhören, es dauert 32 Minuten.

Was Peter Wyss Jenseitsbegegnung nennt, heißt heute allgemein Nachtod-Kontakt oder ADC, After Death Contact. Der spätere Lehrer hatte als Kind die hübsche Rita verehrt, ohne etwas zu unternehmen, und sie kam in eine andere Klasse, wonach sie sich aus den Augen verloren. Beide lebten jedoch weiterhin in derselben Schweizer Stadt. Und dann, nach Jahrzehnten, geschah es. Es war im Sommer 2022, gegen Morgen hin, und Wyss lag im Bett (im Video nach 2:10):

Da stand plötzlich – tack! – diese Rita vor mir. Ich sah ihren Torso, sie war etwas abgewandt, doch sie überschüttete mich mit einer Liebe und Wärme, für die es keine Worte gibt. Sie wollte mich sogar umarmen. Dann aber – wieder tack! – war sie plötzlich weg. Ich fragte mich: Was war das jetzt? Denn es war kein Traum, gewiss nicht. 

Gesehen auf einem Friedhof.

Da kam ihm wieder die Geschichte mit Rita in den Sinn. Er hatte sie geliebt, und sie ihn vermutlich auch. Peter Wyss besuchte das Grab seiner Eltern, ging auf dem Friedhof etwas umher – und stand plötzlich vor Ritas Grab. Es war eine einfache Grabstelle. Da wurde er tief traurig, und seine Versäumnisse kamen ihm in den Sinn. Er erzählte, er habe ohne Ende Tränen geweint und sogar befürchtet, er werde in der Schule Schwierigkeiten bekommen, denn er konnte seine Trauer auch vor den Schülern nicht verbergen.

Der Lehrer bat Rita um ein Zeichen. Und er dachte über sie nach. Sie hatte geheiratet, und ihr Mann war ein starker Raucher gewesen, und Wyss dachte, vielleicht sei seine Rita daran zugrunde gegangen. Dann stürzte in einer Straße ein Mann, er blieb bei ihm, und eine Frau wollte mithelfen. Sie kamen über Rita zu reden, und die Frau sagte, ach, die Rita habe beim Kochen selber oft eine Zigarette in der Hand gehabt. Da dachte Peter Wyss, das habe Rita ihm sagen wollen: Dass seine Vermutung nicht richtig war.

Er besuchte oft Ritas Grab. Einmal setzte sich ihm ein Vogel auf die Schulter, eine Grasmücke, völlig ungewöhnlich war das. Schließlich ging Wyss zu einem Medium, das einen Kontakt herstellen konnte. Rita war also da, und das Medium sagte: »Sie zeigt mir die Farbe Rot. Können Sie was damit anfangen?« (Die Verstorbenen sprechen selten, sie zeigen immer etwas.) Das konnte Peter Wyss nicht. Später allerdings fiel es ihm wieder ein: Vor dem Schlafengehen zündete er immer eine jener roten Friedhofkerzen an, zum Gedenken an Rita. Sie wusste das! (Sie sind in unserer Nähe, sie wissen alles von uns.)

Die Liebe hält sich, auch über den Tod hinaus.

 

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