Brenda Dunne und PK, PEAR und RNG

Brenda Dunne war gemeinsam mit Robert Jahn Ende der 1990-er Jahre einmal am Freiburger Institut, dünkt mir, um über ihre Forschung zu sprechen. Beide sind nicht mehr am Leben, aber Brenda erläuterte alles vor vier Jahren in einem Film von Anthony Chene. Es geht um Psychokinese, belegt anhand des Random Number Generators (RNG). Keine Sorge, das erklären wir gleich.

Dieser Beitrag gehört im weitesten Sinn noch zu dem Thema Wunder. Die Welt dort draußen, bestehend aus Materie, mag durchaus biegsam und manipulierbar sein: jedenfalls mehr, als wir meinen. Ich denke gerade an einen Blogbeitrag von Michael Grosso, der das Buch über die Wunder geschrieben hat. Er erlebte etwas, was er nie vergaß. Eine Freundin konnte Astralreisen unternehmen, und er bat sie: Besuch mich doch! Am nächsten Tag waren die Möbel umgestellt. Sie war wohl dagewesen. Aber dass ein körperloses Wesen Objekte verschieben kann, hätte ich mir auch nie träumen lassen. Die Bewegung von Materie durch den Geist nennt man Psychokinese.

Robert Jahn hatte sich in amerikanischen Wissenschaftskreisen einen Namen gemacht. Er wurde 1967 Professor in Princeton und forschte über elektrische Antriebe und Plasmadynamik. Er war bis zu seiner Emeritierung Dekan der ingenieurwissenschaftlichen Fakultät. 1986 ging er in den Ruhestand und betrieb weiter sein 1979 gegründetes Labor Princeton Engineering Anamalous Research (PEAR). Das kostete ihn sein Renommee, denn er hatte sich mit einer »dunklen Macht« eingelassen: mit Psi-Phänomenen. Jahn wollte die Einwirkung des menschlichen Bewusstseins auf Materie beweisen (Psychokinese oder PK). Mit seiner Assistentin Brenda Dunne gelang ihm dies. Aber niemand sprach darüber.

Brenda Dunne tat es jedoch. Jahn starb 2017 im Alter von 87 Jahren, Brenda zwei Jahre nach dem Auftritt bei Chene, 2022. Der Random Number Generator (RNG) liefert zufällige Zahlen, was das Wörtchen random besagt (zufällig). Die Versuchspersonen hatten den Auftrag, die Zahlen durch Konzentration zu ihren Gunsten zu beeinflussen (das genaue Design lassen wir einmal beiseite). Die Ergebnisse lagen weit über dem, was man eigentlich erwartet hätte. Tatsächlich fielen die Zahlen anders, als sie ohne Versuchspersonen gefallen wären.

Random Number Generator. Von der Seite https://onerng.info/pic/PRG-V9-dev_prog2.html. Läuft unter https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/.

Ich erinnere mich nicht genau, aber es würde ja reichen, dass eine Person sich sagt: Ich möchte unter den nächsten 100 Zahlen möglichst viele mit einer 9 drin. Das wären normalerweise 19, und würde man am Ende 25 zählen, wäre das schon etwas Besonderes … doch müsste sich der Trend über viele tausend »Trials« hinweg bestätigen lassen. Und anscheinend war das so, kein Zweifel.

Brenda Dunne betonte, die Absicht (intentions) sei wichtig. Doch ebenso sei dies die emotionale Verbindung mit der Maschine. Man solle eine »bedeutsame Beziehung« zum RNG herstellen. Die Grundfrage dabei laute: Wie kann Bewusstsein einen messbaren Effekt auf ein unbelebtes physikalisches System ausüben? Die Resultate hätten weit jenseits dessen gelegen, was man bei zufälligem Ausgang erwartet hätte. Sie sagte:

Das Bewusstsein ist dort draußen. Wir zapfen es an. Das Gehirn kann es nicht sein. Am besten scheint es zu funktionieren, wenn du dein Gehirn abschaltest. Wie wenn du ganz still wirst … Fahre es einfach runter und warte ab.

Das Universum biete ein Übermaß an Möglichkeiten, und das Bewusstsein sei ein Ordnungsfaktor. Man müsse eine Verbindung zur Welt herstellen, ihr eine Bedeutung, einen Sinn geben, sonst führe das zu Depressionen. Die Erfahrung sei wichtig, und die reine Beschreibung sei noch keine Erfahrung. Yin und Yang arbeiten zusammen, so wie wir mit der Welt zusammenarbeiten; da gebe es eine Dynamik. – Brenda Dunne:

Ich bin ein Teil der Welt. Mit ihr verbunden sein und dazu gehören – das müssen wir lernen. So vermeiden wir die Depression und kommen zu einer Erweckung. Ein alter Marinesoldat, der starb, sagte mir: »Weißt du, es geht nur um die Liebe, nicht wahr?« Versuch nicht, anderen Leuten zu gefallen! Liebe ist, der oder die zu sein, die du bist. Jahn sagte einmal: »Der einzige Richter über deine Weisheit ist der, den du im Spiegel siehst.« Wir lieben uns nicht. Vielleicht bin ich nicht perfekt, aber ich bin ich selbst. Ich spüre übrigens Bobs Anwesenheit. Er spricht zu mir. Einmal sagte er übrigens: »Die Mauer zwischen der Wissenschaft und dem Geist muss erschüttert werden und muss fallen.« 

Da stand sie mal, die Mauer durch Berlin

Jahn und Dunne haben einen Beitrag dazu geleistet. Margins of Reality hieß 1987 ihr wegweisendes Buch, und ich habe in den 1990-er Jahren die deutsche Ausgabe mit redigiert, die dann (mein Einfluss!) hieß An den Rändern des Realen. Über die Rolle des Bewusstseins in der physikalischen Welt. Es erschien 1999 bei Zweitausendeins. Sehr lesbar!

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Es gibt auch im Alltag gewisse Phänomene, die darauf hinweisen. Wenn ich richtig schlecht drauf bin, will die Bankkarte nicht und die Maus bleibt hängen und lässt sich nicht mehr bewegen. Manche Menschen müssen nur wo vorbeikommen, und Geräte streiken: der »Pauli-Effekt«, benannt nach dem österreichischen Physiker Wolfgang Pauli. »Komm bloß nicht in mein Labor!« warnten ihn Kollegen in Göttingen.

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