Didier von Cauwelaert und die Wunder

Da kann man nichts machen: Kaum hatte ich Bruder Klaus und Brenda Dunne geschrieben und eingeplant, kam Anthony Chene mit einem neuen Wundermann an: Didier von Cauwelaert. Er hat das Buch L’insolence des miracles verfasst, etwa: Die Unverschämtheit der Wunder. Und er verbreitete sich Anfang Dezember 2025 eine Stunde über die Wunder.

Anthony legte über die französischen Ausführungen des Autors einen englischen Text, und das mochte ich nicht. Es ist klar, dass nur wenige Französisch sprechen, aber die Stimme drängte sich so in den Vordergrund (und klein erschien dahinter der Referent), dass ich etwas Anstoß nahm und nicht so begeistert war wie sonst. Dann lieber noch Untertitel.

Bei Michael Grosso und dem lächelnden Universum konnte ich nicht sehr in die Tiefe gehen. Lourdes hat er ja auch erwähnt. Von Cauwelaert wurde da sehr deutlich: Seit 1858 habe die Medizin 7000 Fälle als Wunderheilungen eingestuft, wogegen der Katholizismus (oder: der Vatikan) nur 70 anerkannte: 1 Prozent davon. Die Katholiken scheinen sich als Wunderleugner zu verstehen, und Geheilte sahen sich, statt bewundert zu werden, peinlichen Verhören ausgesetzt. Einer gab an, es sei »wie Folter« gewesen. – Zu Heilung führe ein starker Hunger, sagte der Referent: Die Energie werde konzentriert und dorthin gelenkt, wo man sie brauche; und wer nicht geheilt werde, nehme von Lourdes dennoch etwas mit, eine spirituelle Stärkung.

Pater Pio und seine Bilokationen! Auch er aß fast nichts und trank nichts, schlief nur 2 Stunden am Tag. Berichtet wurde die Geschichte eines Generals, der sich, da seiner Meinung nach entehrt, das Leben nehmen wollte. Er setzte die Pistole an, da trat ein Mönch herein und hielt ihn auf. Draußen standen Wachen, die niemanden eintreten hatten sehen. Später erkannte der General den Mönch in Pater Pio.

Zur Sprache kam auch Mar Charbel, der libanesische Heilige, über den 30.000 Berichte von Heilungen vorliegen. Als er gestorben war, verfiel sein Körper nicht, sondern sonderte eine Flüssigkeit ab, die heilen konnte. Auch ein Duft entströmte dem Leichnam. 30 Mal wurde er exhumiert, man pumpte seinen Körper leer, denn das durfte nicht sein – und immer noch floss die Substanz aus ihm. Als er endlich 66 Jahre nach seinem Tod heiliggesprochen wurde, fing Charbels Leiche an zu verwesen.

Zeitoun wurde erwähnt. In dem ägyptischen Ort erschien in der Luft ein Hologramm, das Maria als Jugendliche zeigte, als Frau und auch die heilige Familie. Drei Jahre dauerte es, und angefangen hatte es 1968. Hunderte wurden geheilt.

Und de Cauwelaert nannte eine Frau, von der ich nie etwas gehört hatte: die Äbtissin Yvonne-Aimée de Malestroit (1901-1951). Sie tat viele Wunder, erschien zum Beispiel in einem U-Boot, während sie zuhause im Bett lag. Im Krieg wurde sie durch einen Engel aus der Gefangenschaft befreit. – 30.000 Dokumente wurden dem Vatikan unterbreitet, doch der damalige Kardinal Ottaviano schloss den Fall so ab, dass man ihn nie wieder öffnen durfte. (Kardinal Ratzinger gestattete immerhin später eine Buchveröffentlichung.) Konnte es die Kirche nicht zulassen, fragte der Autor, dass eine Frau Wunder verrichtete wie einst Jesus Christus?

Jesus hatte gelehrt, man möge beten und fasten, um Großes zu vollbringen. Wer fastet, kann die dadurch freiwerdende Energie besser und anders verwenden, kann vielleicht selber ein Wunder zuwege bringen.

 

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