Wie die Engel reden

Emanuel Swedenborg hat sich oft mit den Engeln unterredet, die sich auch über häusliche Angelegenheiten austauschten, freilich »tiefer aus dem Denken heraus«, und er meinte, er habe mit ihnen »wie ein Freund mit dem Freund« gesprochen. Wir zitieren ein paar Auszüge aus Himmel und Hölle.

Zuerst schreibt Swedenborg, dass im Himmel alle nur eine Sprache haben. Unsere TestpilotInnen haben das einmütig gesagt: Es ist eine Art telepathisches Reden, jeder versteht jeden, und manchmal kommt die Antwort schon vor der Frage. Die Engel seien früher Menschen gewesen, behauptet Swedenborg.

237. Die Engelsprache hat nichts gemein mit den menschlichen Sprachen, mit Ausnahme einiger Wörter, die aus einem bestimmten Gefühl heraustönen, jedoch nicht mit den Wörtern selbst, sondern mit ihrer Betonung, worüber einiges im Folgenden. Dass die Engelsprache nichts mit den menschlichen Sprachen gemein hat, zeigt sich daran, dass es den Engeln unmöglich ist, auch nur ein Wort einer menschlichen Sprache auszusprechen; sie versuchten es, aber sie konnten es nicht, denn sie können nichts anderes aussprechen, als was ganz mit dem Gefühl übereinstimmt; was nicht übereinstimmt, das widerstreitet ihrem Leben selbst, denn das Leben gehört ihrem Gefühl an, und aus diesem stammt ihre Rede.(…)

Ein Reigen von Englein oberhalb des Eingangs zum Münster in Basel; etwas schwer zu erkennen

238. Da die Rede der Engel ihrem Gefühl entspricht, das [Ausfluss] der Liebe ist, und die Liebe des Himmels die Liebe zum Herrn und die Nächstenliebe ist (man sehe Nr. 13-19), so lässt sich schließen, wie schön und angenehm ihre Rede ist; wirklich spricht sie nicht nur die Ohren, sondern auch das Inwendige des Gemüts derer an, die sie hören; da war ein gewisser Geist von hartem Herzen, mit dem ein Engel sprach; derselbe wurde von dessen Rede endlich so gerührt, dass er Tränen vergoss und sagte, er habe nicht widerstehen können, weil es die redende Liebe gewesen sei, und er habe früher niemals geweint.

239. Die Rede der Engel ist auch voll Weisheit, weil sie aus ihrem inwendigen Denken hervorgeht und ihr inwendiges Denken Weisheit ist, wie ihr inwendiges Gefühl Liebe ist; ihre Liebe und Weisheit verbindet sich in der Rede, daher ist diese so voll Weisheit, dass sie mit einem Wort ausdrücken können, was der Mensch nicht mit tausend Worten [sagen kann]; auch begreifen die Vorstellungen ihres Denkens solches in sich, was der Mensch nicht fasst, noch weniger aussprechen kann; daher kommt, dass die Dinge, die im Himmel gehört und gesehen worden, unaussprechlich heißen, und solches, was nie ein Ohr gehört, noch ein Auge gesehen hat. Das dem so sei, ist [mir] durch [eigene] Erfahrung zu wissen gegeben worden; ich wurde zuweilen in den Zustand versetzt, in dem die Engel sind, und in diesem Zustand sprach ich mit ihnen und verstand dann alles …

Engel, Variante Kitsch

240. Weil die Rede der Engel unmittelbar aus ihrem Gefühl hervorgeht (…), so können die Engel in einer Minute das ausdrücken, was der Mensch nicht in einer halben Stunde vermag, und können auch durch einige Worte darstellen, was auf vielen Blättern beschrieben ist; auch davon bin ich durch vielfache Erfahrung gewiss geworden. Die Denkbilder der Engel und die Wörter ihrer Rede machen ebenso eins aus, wie die wirkende Ursache und die Wirkung; denn in den Worten stellt sich in Wirkung dar, was in den Denkbildern in seiner Ursache ist; daher kommt, dass jedes Wort so vieles in sich begreift. Auch erscheinen die Einzelheiten des Denkens und infolgedessen die Einzelheiten der Rede der Engel, wenn sie sichtbar dargestellt werden, wie eine dünne Welle oder eine [sie] rings umfließende Atmosphäre, in der Unzähliges in seiner Ordnung ist, was aus ihrer Weisheit [hervorgeht] und in das Denken des anderen eindringt und es anregt. 

Ein Engel im Slum

Wenn der Mensch in die andere Welt kommt, schreibt Swedenborg, spricht er sofort die Sprache der Engel und Geister, weil sie in ihm verborgen ist. Vom Unaussprechlichen, erwähnt in 239., handelt der Beitrag von übermorgen.

 

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