Die Juden in Prag

Kafka war an der jüdischen Überlieferung interessiert und ließ sich von ihr inspirieren. Das alte Viertel in Prag, in dem die Juden dicht gedrängt lebten (20.000, wo eigentlich nur Platz für 6000 war) wurde jedoch ab 1895 (Kafka war da 12 Jahre alt) zehn Jahre lang saniert und modernisiert. Da ging viel Tradition verloren, doch die Menschen lebten besser.

Das echte alte Judentum gab es noch in Osten Polens, bis die Nationalsozialisten alles ausradierten und die Bewohner ins Gas schickten. Das Prager Judenviertel tritt uns in der Literatur in dem Buch Der Golem von Gustav Meyrink entgegen, veröffentlicht 1915. Athanasius Pernath wird am Ende aus einer Heilanstalt entlassen und sucht das Viertel auf, doch es ist 9 Monate zuvor abgerissen worden. Er hat auch Visionen dort und meint, frühere Bekannte zu treffen. Wikipedia hat die Handlung des Romans derart genau geschildert, dass sich eine Lektüre fast erübrigt. Fast. Was ist eine Schilderung einer Romanhandlung verglichen mit dem echten Roman? Das ist, wie das Bordhandbuch eines Autos zu lesen statt es zu fahren.

Es gibt noch einige Bilder vom alten Prag, als Franz Kafka noch die Gassen durchstreifte. Vom jüdischen Viertel sind nur wenige Reste vorhanden. Ein paar Bilder.

So lebte man in Prag Anfang des 20. Jahrhunderts

 

Die Bilder sind aus dem Kafka-Museum

 

Eine Kirche mit dem Davidstern

 

Der jüdische Friedhof oben neben der Kirche

 

Ein Ring als jüdisches Symbol: der Siegelring von König Salomo und David, und bei Hochzeiten ist er wichtig

 

 

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