Wie Wolken und Nebel
Durch viele Inkarnationen hindurch verbessert sich der Mensch und lernt, was er zu lernen hat. In einem möglichen Fegefeuer (Purgatorium) bessert sich der Mensch durch Reue. Vielleicht besteht es ja gerade aus der Abtrennung des Schlechten, aber über das konkrete Vorgehen sagen unsere folgenden Zitate nichts. Es wird ja vielleicht wehtun.
Im 7. Vers von Sure 29 (al-ankabut, die Spinne) des Koran heißt es:
Diejenigen, die glauben und gute Taten verrichten,
bei denen werden wir alles Übel auslöschen,
das in ihnen sein mag, und wir
werden sie belohnen,
entsprechend ihrer besten Taten.
Und im Buch des Propheten Jesaja (44,22) spricht der Herr zu Jakob:
Ich fege deine Vergehen hinweg wie eine Wolke und deine Sünden wie Nebel. Kehr um zu mir, denn ich erlöse dich.
Hören wir uns eine Geschichte der gnostischen Kabbalisten auf glorian.org über den mexikanischen Revolutionär Pancho Villa (1878-1923) an.
So nahm das Große Gesetz die guten Egos (Ichs), in dem das Gesetz die guten Werte dieses revolutionären Menschen fand, und die guten Werte kehrten in einen neuen Körper zurück. Jener neue Körper schuf eine neue Persönlichkeit und ist nun ein großartiger Anwalt. Damit regeneriert er sich selbst. Aber jene Egos, die mit Vergewaltigung und Verbrechen verbunden waren, sind in der Hölle, und so befindet sich ein Teil seines Bewusstseins in der Hölle. Du wirst also im Infra-Bewusstsein der Natur den negativen Aspekt jeder Person finden und auch dein eigenes Infra-Bewusstsein. Jede Person, die hier Gutes tut, hat ihren negativen Aspekt, der im Infra-Bewusstsein Böses tut, weil ein Teil unseres Bewusstseins eben im Infra-Bewusstsein der Natur angesiedelt ist.
Infrarot-Strahlung ist ja eine zwischen dem sichtbaren Licht und der längerwelligen Tetrahertz-Strahlung, also eine langsame Schwingung, die mit dem Materiellen und dem Ego verbunden ist.
Ähnlich sehen das die Hindus. Sie denken sich wie die Buddhisten das Jenseits wie einen Traum. In einem Sammelband über Reinkarnation (Reincarnation: The Phoenix Fire Mystery, 1977 N. Y. Hg Joseph Head, S. L. Cranston) ist das geschildert:
Die niedrigeren Gedanken und Gefühle werden in einer dem christlichen Fegefeuer ähnelnden Region gesammelt und entfernt, wodurch die edlen Qualitäten (Werte) und Neigungen, die es verdienen, weiterzuleben, als Teil der unsterblichen Seele erhalten bleiben. Sie bilden das Fundament für einen segensreichen, himmlischen Zustand …
Näheres weiß dazu auch Arthur Yensen beizutragen, der schon in den 1930-er Jahren eine Nahtod-Erfahrung hatte:
Als nächstes bemerkte ich, dass ich alles und jeden liebte und dass mich das über alle Maßen glücklich machte. Offenbar hatte nur das Gute in mir überlebt. Ohne das Schlechte, das Disharmonie bedeutet, war ich glücklicher, als ich mir je hätte vorstellen können.
Meine nächste Frage war: Wie erklärst du dir dieses intensive Glücksempfinden? Die Antwort:
Deine Gedanken sind Schwingungen, die von der Meisterlichen Schwingung kontrolliert werden. Sie neutralisiert alle negativen Gedanken und lässt dich nur gute Gedanken denken, die um Liebe, Freiheit und Glück kreisen.
Was passiert dann mit dem alten Groll?
Wenn er zu schlimm ist, gehen die Gedanken in ein Reich niederer Schwingungen, wo sie leben können. Wären sie hier, die Meisterliche Schwingung würde sie austilgen. Nach dem Tod bewegen sich Menschen zu homogenen Gruppen hin, je nach der Rate ihrer persönlichen Schwingungen. Wenn die Prozentrate von Disharmonie in einer Person gering ist, kann sie von der Meisterlichen Schwingung zum Verschwinden gebracht werden; dann kann das übriggebliebene Gute hier weiterleben.
Diese Gedanken gab es schon vor vielleicht 4000 Jahren. Die Ägypter stellten sich in ihrem Totenbuch die Reise des Verstorbenen im Jenseits vor und lassen ihn flehen:
O Gott der Wahrheit-Gerechtigkeit!
Das Böse in mir rotte es aus!
Tilg ohne Erbarmen meine Missetaten und Sünden!
Das ist zumindest ein neuer Gedanke. Doch in der herkömmlichen Vorstellung der Religionen muss der Mensch selber reif werden für den Aufstieg. Wenn er nicht perfekt ist, muss er eine Weile büßen.
Wenn’s nicht allzu schlimm war, was jemand angerichtet hat, findet er sich vielleicht in der unteren Astralwelt wieder, auf einer baumlosen Ebene, wo es etwas dunkel ist. Auch Jürgen Ziewe und Mike Marable haben bei ihren Jenseits-Exkursionen beobachtet, dass es Regionen gibt mit verhaltenem Licht, während es in höheren geistigen Regionen immer heller wird, geradezu strahlend. In der baumlosen Ebene sitzt man indessen nicht Jahrhunderte; wer nicht ganz verstockt ist, lässt sich von einem Engel bereden, und sogleich öffnet sich die Welt und wird heller.
Natürlich ist vielleicht manche Existenz auch eine Buße. Skadi Sky, die im März drankommt, meinte, sie habe Leben gehabt, die unschön waren und mit einem unschönen Tod endeten. Vielleicht waren sie eine Art Buße, zu der sich die Seele jedoch bereit finden muss; das wäre dann der alte Gedanke an Karma, das abgetragen zu werden hat. In einem Leben bist du Sklavenhalter, in einem anderen Sklave, – um zu lernen, wie es einem Sklaven unter einem Sklavenhalter geht. Du musst alles erfahren, musst sehen, was du zuweilen anderen antust.
Und noch ein letzter Aspekt: Wir sind in diesem Leben natürlich auch verletzt worden, und manche Wunden bleiben lange. Entweder heilen sie in weiteren Leben oder es kommt zu einer »Seelen-Erdung«, von der einmal Kenda Zwiefka sprach, die eine Nahtod-Erfahrung gemacht hatte: Verletzte Seelenanteile gehen fort. Denn wir sind ja nicht nur Täter, sondern auch oft genug Opfer.


