Du hilfst dir selbst (2)
Gott sieht alles, hieß es immer. Und wenn ich mich selber beobachte, von anderen meiner Seelenanteile aus; wenn ich selbst alles weiß? Dann entlaste ich Gott, und meine Seelenanteile und ich arbeiten gemeinsam, dass wir alle gut vorankommen und nicht zu früh Abschied nehmen müssen. Das Leben ist eine kostbare Schule!
Und im Tibetischen Totenbuch heißt es:
Du sprichst mit dem Sterbenden, also mit dir selbst.
Die Reise des Mystikers findet in seinem Inneren statt, und Salumet äußerte dazu:
Wenn du dich mit uns verbindest, verbindest du dich mit deinem eigenen Selbst.
Vielleicht gehören die Weisen, die uns den Lebensrückblick zeigen, auch zu unserem Team? Gott ist die unerschöpfliche Kraft im Hintergrund, die stets verzeiht, doch wir selbst arbeiten an uns. Das klingt völlig neu. Wir brauchen keinen Priester, der uns unsere Sünden vergibt und keinen Stellvertreter Gottes auf Erden; es steht in unserer Macht, dies alles selbst zu bewerkstelligen. Die Männer der christlichen Kirche wollten uns erniedrigen, doch bedenken wir, wozu wir in der Lage sind, wenn wir unser Ego beiseite lassen! Wir können die göttliche Energie leiten, um zu heilen, wir können jetzt schon (theoretisch) mit unserem Astralkörper Reisen unternehmen; wir spüren fremde Gedanken und erfüllen uns Wünsche, da das Bewusstsein Materie zu verändern vermag.
Domietta Torlasco diskutiert in dem Aufsatz The Time of the Crime (2008) das Phänomen, dass Maler sich manchmal von dem Objekt, das sie malen, beobachtet fühlen. Torlasco:
Seit die Unterscheidung von primärer und sekundärer Identifikation den Zuschauer zur selben Zeit an zwei Orte versetzt – hier mit der Kamera und dort mit dem Charakter –, könnte man sagen, dass ich (oder der Charakter) von mir selbst (der Kamera) beobachtet werde.
Ich beobachte mich selbst in Gestalt meiner anderen Seelenanteile, und ich helfe mir selbst. »Gott sieht alles« hieß es immer; – und wenn ich nun selbst alles weiß und alles sehe? Ich habe in diesem Leben Fehler gemacht, und jeder meiner Seelenaspekte hat das vermutlich auch auf dem schwierigen Weg des Lebens. Die anderen sind indessen da, im Hintergrund und bereit, einzugreifen, wenn ich sie darum bitte.
Korshed Bhavnagri (1927-2007), eine Inderin, stellte die 19 Gesetze der Geistigen Welt auf, was ein Bestseller wurde. Ein Punkt lautet so:
Was du säst, wirst du ernten, das ist wahr; die Ernte bemisst jedoch dein unbewusster Geist, der weiß, welche Sünden du begangen hast — und nicht Gott, wie viele meinen.
Alle Heiligen und Maria waren immer nur Vermittler des Heils, Träger der göttlichen Energie. Wunder geschahen, weil wir diese Mittler anriefen. Sie lenkten die Energie zu uns. Auch meine Seelenpartner, die Angehörigen meiner Gruppe, sind dazu in der Lage. Manche Menschen haben in ihrer Nahtod-Erfahrung erkannt, dass die Seele äußere: Ich bin, die ich bin. Und das ist exakt der Ausdruck, mit dem der Gott des Alten Testaments sich bezeichnete: Ich bin, der ich bin.
»Ich bin« ist die stärkste schöpferische Kraft im Universum. Was immer du denkst, was immer du sagst, die entsprechenden Erfahrungen werden nach den Worten »Ich bin« in Gang gesetzt, herbeigerufen, zu dir gebracht.
Das sagt zu Neale Donald Walsch sein Gesprächspartner, den wir gerade kennengelernt haben. Wir können jedenfalls den Gedanken einer Überseele, die, vom Gedanken Gottes geleitet, uns führt, ernst nehmen. Walschs Gott betont immerzu, dass wir frei seien und für Ihn Erfahrungen sammeln sollten.
Folgt Teil 3.
