Bis zum Tag des Gerichts?

Eine kuriose Geschichte erzählte Roberto Paladini vor 2 Jahren Franz Dschulnigg für dessen Kanal Empirische Jenseitsforschung. Sie ergänzt unsren gestrigen Beitrag – und wirft Fragen auf. Paladini hatte in den 1970-er Jahren 3 außerkörperliche Erfahrungen, und die erste war ziemlich schräg.

Er erzählte, er habe im Fernsehen scheußliche Bilder von Tierversuchen gesehen, es war unerträglich. Dann zog es Paladini aus seinem Körper heraus, er schwebte 20 Zentimeter über dem Boden, hatte aber keine Angst. »Du kannst jederzeit wieder zurück in deinen Körper«, sagte er sich. Und dann ging es durchs Weltall, während er anscheinend in einer Art Fernsehsessel saß, und dann schaute er auf dem Flug mal links, mal rechts hinunter und sah schönen Sternenhimmel.

Er erinnerte sich:

Es war mir so wohl, wie ich es nie erlebte habe. Nicht zu warm, nicht zu kalt, einfach perfekt.

Eine Wolke war vor ihm, die verschwand, und dann tauchte eine Insel ins Blickfeld, sie kam empor aus dem Meer. Da waren Wiesen, Blumen, Bäume mit Früchten. Zwei Menschen sah Roberto Paladini. Sie waren nackt. Sie kletterten den Baum hoch, um Früchte zu ernten, da wurden sie von Raben angegriffen, die sie in die Schultern hackten. Schnell rutschten sie wieder hinunter und krümmten sich unten am Fuß des Baumes. Paladini:

Plötzlich kam ich in sie hinein, spürte ihre Schmerzen auf dem Rücken. Dann kam der Abend, und dann wurde es wieder hell, und ihre Rücken und Schultern waren wieder geheilt, wie ich sah.

Erneut stiegen sie auf den Baum, und wieder kamen die Raben und verletzten sie mit ihren Schnäbeln. Plötzlich stand ein weißhaariger Mann mit einem Buch neben ihm und erklärte:

Diese Leute haben den Tieren Schlimmes angetan.

Wie lange sie das ertragen müssten, immer wieder? »Bis zum Tag des Gerichts«, habe der weise Mann erklärt, »nicht ewig«.

Anscheinend wurden so Forscher bestraft, die Vivisektionen vorgenommen hatten.

Ð ∅

Die außerkörperliche Erfahrung kam sozusagen als Antwort auf den Film, den Paladini gesehen hatte. Doch ich persönlich glaube nicht an derartige Strafen, und keiner der TestpilotInnen spricht vom Jüngsten Gericht. Hier ist zu vermuten, dass das Unbewusste des Reisenden sich eingeschaltet hat und vielleicht wie im Traum ein Szenario konstruierte, das ihm gefiel: Diese Leute müssen bestraft werden.

Es war wohl eine außerkörperliche Erfahrung, doch dann schaltete sich das Unbewusste zu. Man weiß ja, dass in der anderen Welt Gedanken und Wünsche und Verdrängtes plötzlich ganz konkret vor einem stehen. Auch der weise Mann mit weißem Bart und einem Buch auf den Händen wirkt irgendwie übertrieben und wie ein Schauspieler. Niemand wird täglich bis zu einem hypothetischen Endgericht gequält.

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