Rückkehr ins Leben (25): Er nimmt uns mit

Mal wieder etwas aus der Theorie des Christentums, heute am Fest Christi Himmelfahrt. Eigentlich sollte hier ein Auszug aus den Jahrstagen, Band 3, von Uwe Johnson stehen, aber immer noch hat der Suhrkamp-Verlag nicht geantwortet, den ich um Erlaubnis dafür gebeten hatte. Also zitieren wir aus meinem alten Schott von 1938.

Da wird uns gesagt, und es mag Jahrhunderte die allgemeine Lehrmeinung gewesen sein:

Christus zog nicht allein in den Himmel ein, an seinem Triumphzug nahm die ganze menschliche Natur teil. »Gott«, sagte der hl. Paulus, »hat uns mitbelebt in Christus und mit auferweckt, mit versetzt in den Himmel. Er ist nicht allein aufgefahren, er hat nicht allein den Thron der Herrlichkeit bestiegen, sondern wir mit ihm.«

Das liest sich gut, aber man möchte Paulus fragen: Wie meinst du das? Ist das dein Ernst? Was soll das heißen?

Man muss den Brief an die Epheser lesen, um eine Ahnung davon zu bekommen, was gemeint ist. Da schreibt Paulus:

Ihr wart tot infolge eurer Verfehlungen und Sünden … Gott aber, der voll Erbarmen ist, hat uns, die wir infolge unserer Sünden tot waren, in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, zusammen mit Christus wieder lebendig gemacht. Aus Gnade seid ihr gerettet. 

Im selben Brief schreibt er:

Legt den alten Menschen ab … ändert euer früheres Leben und erneuert euren Geist und Sinn! Zieht den neuen Menschen an, der nach dem Bild Gottes geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.   

Eine Neuwerdung, eine Transformation legt uns also Paulus nahe. Geh in dich, dann kehre zurück ins Leben! Es steckt im Menschen drin, er will immer an sich arbeiten, doch für eine echte Transformation braucht es eine starke Motivation. Heute wollen Menschen sich gesünder ernähren und mehr Sport treiben, um gesund alt zu werden, und ihr Potenzial wollen sie befreien, um glücklich und erfolgreich zu sein. Da gibt es immer Gurus, die uns das einreden. Du kannst es schaffen!

Der neue Mensch ist nach dem Bild Gottes geschaffen, vergessen wir das nicht. Oben steht es, bei Paulus. Der 1949 geborene Astrophysiker Bernhard Haisch ging weiter, griff dabei jedoch nur Gedanken auf, die bereits im Islam vorkommen. Wir selbst seien G*ttes Diener, seien seine Hände auf der Erde. Wir gestalteten G*ttes Erfahrung, und wörtlich:

G*tt erfährt den Reichtum seines Potenzials durch uns, weil wir seine Inkarnationen im Reich des Physischen sind. 

So weit weg von Jesus sind wir also nicht. Wir sind, wie dieser selber sagte, »Kinder Gottes«, und das Himmelreich ist in uns.

 

Verwandte Beiträge:

Christi HimmelfahrtDeine Augen

 

 

 

 

Die Kommentarfunktion ist derzeit geschlossen.