Recycling im ländlichen Afrika

Im ländlichen Afrika wird nichts einfach so weggeworfen. Es könnte ja für ein neues Objekt verwendet werden, und dazu muss man findig sein: was die Afrikaner sind. Und Herde, Latrinen und Brunnen muss man bauen. Im 62. Heft des Vereins Tukulere Wamu (2/2026) geht es um angepasste Technologien.

Vereinsmitglieder haben vergangenes Jahr Projektreisen nach Benin, Togo, Uganda, Kenia und Madagaskar unternommen und konnten Erstaunliches berichten. Uwe Maahs schrieb über die Reise nach Madagaskar im März, wo immer der Bus angehalten hätte, seien Kinder herbeigelaufen. Sie wollten die leeren PET-Flaschen der Reisegruppe haben! Sie dienen als Trinkflaschen und fassen auch Honig, Säfte und Öl, die auf Märkten verkauft werden.

Die meisten Kinder laufen barfuß; manche tragen Flipflops, die dann an Kleinere weitergegeben werden. Ist wirklich nichts mehr mit ihnen anzufangen, dienen kleine Stücke der Sohle als Sättel für Mini-Fahrräder, die sonst aus Draht-, Holz- und Stoffresten entstehen. Das ist Recycling Art! Getränkedosen und Metallreste werden eingeschmolzen, und, geschickt gehandhabt, kommen neue Objekte heraus.

Die Tukulere-Wamu-Zeitung weist darauf hin, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschlands 50.800 Dollar beträgt. Zum Vergleich dazu einige arme Länder in Afrika: ganz unten Burundi (219), dann folgen Zentralafrikanische Republik (516), Malawi und Madagaskar (beide 545), Uganda (1078) und Togo (1119).

SALEM-Freiwillige bauten für das ugandische Dorf Adodoi einen Brunnen: Sie gruben 12 Meter in die Tiefe, mauerten den Schacht aus und bauten die Pumpe ein. Das dauerte zwei Wochen, und an Heiligabend 2025 wurde der Brunnen eingeweiht.

Für eine Latrine gilt es, 10 Meter in die Tiefe zu gehen, das Fundament gut zu mauern und obendrauf das Häuschen zu setzen und ihm ein Dach mit Holz und Wellblech zu geben. Ein Entlüftungsrohr hilft gegen die Gerüche, und sogar eine Handwasch-Stelle wird angebracht.

Durch ein Gemisch von Erde, Lehm und Wasser können sogenannte Lorena-Stoves geformt werden: Herde, die weniger Rauch produzieren, schnelleres Kochen ermöglichen und die Gefahr von Verbrennungen senken. Vergangenes Jahr wurden in der Nähe des SALEM-Dorfs bei Mbale 300 Lotrena-Stoves gebaut, die 20 Jahre halten sollen und Haushalte mit bis zu 20 Personen versorgen. Unten sehen wir einen einfachen Lehmofen.

 

Die Augenstation der Legbassito-Krankenstation in Togo wurde eröffnet. In Kenia entwickelt sich das Kinderzentrum im Mathare-Slum gut. Einige Schulen in Uganda und Togo brauchen neue Klassenzimmer, Büros und auch Toiletten, eigentlich wären dafür insgesamt 20.000 Euro nötig.

Auch für die Masai will man etwas tun, im Maji Moto Ecocamp waren Reisende betroffen über die große Armut dort. In seiner Zeitschrift bedankt sich der Verein mit Sitz in Gallenweiler bei Heitersheim bei seinen vielen Spendern. Viele arme afrikanischen Länder haben keine Reserven und können wenig in die Bildung investieren. Unten präsentieren sich stolz die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Flüchtlingscamps Palorinya in Norduganda, die alle T-Shirts und immerhin 9 Fahrräder bekamen.

 

 

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