Auf den Spuren des Freiherrn von Drais

Ende August besuchte ich meine Nichte Franziska in Mannheim und war mir natürlich bewusst, dass dort die erste Fahrt des Freiherrn von Drais mit seinem Laufrad begann, das er mit dem Füßen antreiben musste. Das war am 12. Juni 1817. In Karlsruhe hatten wir Fahrradfreunde vor 9 Jahren dieser Jungfernfahrt gedacht (Link unten).

Karl von Drais (1785-1851) war Karlsruher, lebte aber in Mannheim und Schwetzingen, bevor er nach einem ereignisreichen Leben als Erfinder, Forstmeister und Professor in seiner Heimatstadt Karlsruhe starb. Wikipedia schildert sein Leben, das kann man gut lesen. Durch seine Laufmaschine oder Draisine wurde er unsterblich. Die Leute werden schon gelacht haben, wenn er mit diesem schweren hölzernen Ding vorüberkam. 7 Monate nach der ersten Fahrt bekam Drais ein Patent dafür, doch im selben Jahr wurde die Fahrten in der Stadt verboten. Nur noch auf dem Areal des Schlosses war die Laufmaschine erlaubt, von der 1819 sogar Goethe schrieb. Die jungen Leute in Weimar fanden’s anscheinend toll.

Ich war natürlich schlecht vorbereitet. Erst jetzt las ich bei Wikipedia, dass Karl von Drais nur 7 Kilometer fuhr (Schwetzingen liegt 16 Kilometer südlich von Mannheim) und dann umdrehte, mit einem Schnitt von 15. Nach einer Stunde war er weder zurück. Da muss es ein Realishäuschen geben mit kleinem Monument. Hab ich natürlich nicht gewusst. Wir besuchten die Touristeninformation und fuhren dann auf der Drais-Route, die hinausführt aus der Stadt, kreuz und quer verläuft und wieder zurückkommt. (Den Umkehrpunkt, konnte man den nicht hervorheben? Oder haben wir nicht aufgepasst?) Egal, ich fuhr bei meiner Rückfahrt die ganze Strecke bis Schwetzingen und freute mich. Noch ein paar Bilder.

Diese Nachbildung steht in der Touristeninformation Mannheim.

 

So sah das Ding in echt aus. Mit Leitstange (zum Lenken), Balancierbrett (vielleicht für die Unterarme) und Bremsschnur. Gesehen im Verkehrsmuseum Karlsruhe

 

Dieses schöne Heft gibt es dort zu erstehen. Mit der Drais-Route

 

Die Drais-Route. Kompliziert.

 

Immerhin ist sie extra aufgeführt

 

Auch manche Straße ist dem Erfinder gewidmet

 

Diese Skulptur steht da, wo Drais umdrehte (Aus dem Band Monnem Bike)

 

Auf der Straße links fuhr ich nach Schwetzingen. Hafengegend. Drais war wohl auf der Chaussee unterwegs, die auch die Postkutschen nahmen. Schneller als die war er!

 

So werden damals die Kilometersteine ausgesehen haben. An der Straße entdeckt

 

Und dieses Gerät steht in einem Park in Schwetzingen, am Turnvater-Jahn-Platz. Ob es für Drais steht, ist nicht ganz klar.

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