TestpilotInnen (122) Anke Evertz
In der Burg auf dem Diersberg, die Franziska mit mir aufsuchte, fand ich ein neueres Taschenbuch über eine Nahtoderfahrung, und es ist etwas Anderes, sie sich über 250 Seiten von jemandem schriftlich erzählen zu lassen, als nur immer 20 oder 40 Minuten jemandem zuzuhören. Es ist viel intensiver!
Das Taschenbuch war vom September 2023 und hieß Neun Tage Unendlichkeit, und geschrieben hat es Anke Evertz, die man auf ihrer Internetseite bewundern kann. Es war der 28. September 2009 (wieder ein Jahrestag wie auch gestern bei Michael Florman). Die Frau kam vom Joggen, wollte ihr Kaminfeuer entzünden, griff zur falschen Flüssigkeit und stand plötzlich lichterloh in Flammen. Ihr Sohn kam gerade noch rechtzeitig hinzu, sie überlebte und lag 9 Tage im Koma – daher die »neun Tage Unendlichkeit«.
Sie fühlte sich frei und flog dahin. Dann kam das Licht. Es schien lebendig zu sein und aus allen Frequenzen gleichzeitig zu bestehen: endlos.
Die überwältigenden Gefühle und Empfindungen in diesem Licht waren etwas so Herrliches, dass ich hierfür keine Worte finde, um es dir auch nur im Ansatz zu beschreiben.
Die Lichtgestalt war um ein Vielfaches größer als ich und schien durchgehend aus goldgelbem, strahlendem Licht zu bestehen. … Alles an ihm zog mich magisch an und war mir unendlich vertraut.
Wer ist er?
Du wirst noch verstehen, dass ich viel mehr bin, als du im Moment glaubst. Ich bin keine Person oder eine einzelne Wesenheit, wie du vielleicht denken magst. Auch ich gehöre zu deiner Familie, bin ein Teil von dir und gleichzeitig mit allem verbunden, was dich ausmacht.
Schön, wie Anke Evertz über uns schreibt:
Wir sind wie eine Gruppe von Schauspielern, die Freude daran haben, immer wieder neue Geschichten zu inszenieren. Wir alle sind daher unsere eigenen Regisseure und entwerfen die Drehbücher unserer Leben gemeinsam. … Jeder ist dabei in seinem eigenen Drehbuch der Hauptdarsteller und übernimmt für alle anderen in ihren Filmen wichtige Nebenrollen.
Für Anke Evertz war ihr Unglück ein »Weckruf«, den sie angeblich schon vor ihrer Geburt geplant hatte. Es geht um Selbsterkenntnis. Was ist unser Wahres Ich, unser Wahres Wesen? Anke Evertz heilte erstaunlich schnell (wie viele der TestpilotInnen), kam wieder heim und fing ein neues Leben an. Bislang hatte sie sich von der Umwelt beeinflussen lassen und wollte anderen gefallen. Nun warf sie fast alle Dinge weg und orientierte sich völlig neu (ein Leben vor dem Tod und nach dem Tod, siehe Florman).
Sie begann, ihren Körper zu lieben (anders als Florman), sie war glücklich wie noch nie. Wir seien ein »Schwingungsfeld reinsten Bewusstseins«, und von diesen Frequenzen und anderen Welten und Farben schrieb sie so innig, dass ich in der Nacht nach meiner Lektüre so viel und so bunt träumte wie schon Jahre nicht.
Und Anke Evertz erinnerte an das alte Bild von der Raupe, die sich zurückzieht und dem Ende entgegenblickt – wonach ein wunderschöner Schmetterling entsteht. Man muss sagen: Unsere TestpilotInnen waren dem Tod nahe oder waren wirklich ein paar Minuten tot, das ist nicht groß von Belang; aber einen symbolischen Tod sind sie alle gestorben, ihr früheres Ich löste sich in Luft auf, sie entdeckten durch das Unglück ihr Wahres Ich. Wir brauchen dazu nicht eine Katastrophe; wir können uns selber nahekommen, jeden Tag aufs neue und immer näher.
Ö Š
Zum Teil ist man berauscht, es steht auch viel Lebenshilfe in dem Buch, doch vieles bleibt uns verschlossen. Schwingungsfelder und Frequenzen, das ist eine andere Beschreibungsebene, die uns hier unten nichts bringt. Und Lesen ist anders, als etwas zu erleben. Doch können wir glauben, und hier haben wir Glaubenszeuginnen, und wenn Tausende Menschen (ach was: Hunderttausende!) vom Licht erzählen und dessen bedingungsloser Liebe zu uns, warum nicht daran glauben? Durch die Berichte wird es mehr als Glauben, wird es fast Gewissheit.
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