Was Sokrates glaubte
Der griechische Philosoph Sokrates (469-399 vor Christus) steht, wie alle wissen (sollten), im Mittelpunkt des Werks seines bedeutenden Kollegen Plato (427-346), der viele Dialoge wiedergab, mit denen Sokrates seine Ansichten zu beweisen trachtete. Kurz vor seinem Tod sprach er über das, was ihn seiner Ansicht nach erwartete.
Ich bin kein Kenner der altgriechischen Philosophie. Aber Plato, der bei Sokrates‘ Tod 28 Jahre alt war, kannte dessen Ansichten und dessen Grundgedanken, und so zweifeln wir nicht, dass die Geschichte Phaidon Sokrates gerecht wird. Er wurde wegen Religionsfrevels und Verführung der Jugend zum Tod durch Gift verurteilt. (Rechts eine Büste von ihm. Wikipedia.)
Der Philosoph Phaidon trifft Echekrates, der von ihm wissen will, wie Sokrates (rechts sein Kopf aus dem 1. Jahrhundert, Wikimedia Commons) seine letzten Stunden verbracht habe. Und Phaidon erzählt, seine Ehefrau Xanthippe sowie ein Dutzend enger Freunde seien dagewesen. Sokrates habe sich heiter gezeigt und unaufhörlich geredet. Er war überzeugt davon, dass die Seele unsterblich sei und im Hades in Glückseligkeit weiterlebe. Wikipedia dazu:
Die direkte und indirekte Nachwirkung des Dialogs in der europäischen Kulturgeschichte war von der Antike bis zur Moderne sehr groß. Er wurde oft zitiert und in vielen Erörterungen über eine mögliche individuelle Fortexistenz nach dem Tod herangezogen.
(Das passt der Wikipedia natürlich nicht. Darum fügt sie flugs hjnzu, der Dialog sei der »Trostliteratur« hinzuzurechnen. Vom einer solchen hatte ich noch nie gehört. Eine Diffamierung übrigens.)
Einige Aussagen des Sokrates, der übrigens auf vielen Seiten versucht, die Ewigkeit der Seele philosophisch zu beweisen, aber das führt uns zu weit, außerdem begreife ich es nicht.
Dem Schmerz folgt das Wohlbefinden.
Der Philosoph kümmert sich wenig um den Körper, sondern mehr um die Seele. Der Körper schafft Unordnung, Verwirrung, Lähmung.
Eine feierliche Reinigung: die Seele aus dem Körper zurückziehen.
Der wahre Philosoph nimmt freudig an, sich ins Jenseits zu begeben. An keinem anderen Ort als dort findet er den reinen Geist vor (intelligenza).
Ist alles Lernen Sich-Erinnern?
Der Tod vollendet das Leben. Doch der kleine Junge in uns hat Angst vor ihm. Singt ihm ein Lied, freut euch, gebt euer Geld aus!
Der Körper ist sichtbar, die Seele unsichtbar. Das Unsichtbare ist perfekt mit sich vereint, das Sichtbare nicht.
Die einen verbringen (nach dem Tod) die Zukunft in einer Gruppe von Gottheiten. Das geschieht, wenn du wie der Philosoph fleischliche Gelüste ablehnst. Die anderen, die immer dem Fleisch anhingen, irren umher und spuken, bis sie einen neuen Körper annehmen.
Das Schöne hat Teil am absolut Schönen. Schön sind die Dinge wegen jenes Schönen.
Unsere Seele ist ohne Tod. Es ist die reine Wahrheit, dass unsere Seelen im Hades weiterleben.
Im Blick auf die Ewigkeit sollte man schon hier die Seele pflegen.
Ich reise ins Land des Glücklichseins.
Dann weinen alle. Der perfekteste und reinste und bewussteste Mensch ist gegangen, sagen sie, nachdem Sokrates den Giftbecher getrunken hat. Seine Botschaft an uns: Kultiviert die Seele! Man kümmere sich zuwenig um die Seele (das trifft auch auf heute zu). Und diese Ideenwelt, das absolut Schöne, wie es Sokrates und Platon vorschlugen und mit dem sich viele Philosophen herumschlugen, das ist eben der Geist Gottes, der auch in uns ist. Die Ideenwelt ist jene andere Welt, unser wahres Heim, in dem uns das Licht der Schöpferquelle empfängt.

