Afrika und die kleinen Dinge

Die Milliardäre bleiben auf ihren Milliarden hocken, mit denen sie den Hunger in ganzen Ländern stillen könnten. Diese gierigen Menschen wollen jedoch immer noch mehr, und die Millionäre auch. Aber in irgendwelchen Ecken dieser Welt sitzen engagierte Menschen und bringen mit kleinen Vereinen kleine Dinge zustande, die wirklich nachhaltig sind und das Leben von Menschen in armen Regionen verbessern. Beispiel: Tukulere Wamu.

Tukulere Wamu heißt Lasst uns zusammenarbeiten. Kürzlich ist Heft Nummer 61 erschienen für das erste Halbjahr 2026 und  unter dem Titel Die kleinen Dinge, die die Welt verändern. Ein paar Beispiele daraus.

Die Gemeinde Avrankou im Süden von Benin hat im vergangenen September eine Bibliothek eröffnet. In 4 Räumen gibt es nun 2 Lesesäle, einen Computerraum und ein Büro. Benin ist ein Land östlich von Togo und etwa so groß wie Baden-Württemberg und Bayern zusammen. 40 Prozent der 14 Millionen Einwohner sind jünger als 15 Jahre. Jede Frau bringt durchschnittlich 5 Kinder zur Welt. Benin, das frühere Dahomey, ist eines der ärmsten Länder der Erde; die Hälfte der Bewohner muss von weniger als 1,90 Dollar am Tag leben.

Burundi liegt im Osten des Kontinents und grenzt an Kongo und Uganda. Es ist eines der kleinsten afrikanischen Länder (kleiner als Baden, größer als Hessen), sehr dicht besiedelt und auch arm. Im Bezirk Buyenzi in der Nähe der Stadt Bujumbura leben 4 Millionen Menschen, und die meisten sind jung, ohne Ausbildung und ohne Arbeit, was oft zu Kriminalität führt. In der Pfarrei Saint Augustine wurde daher eine Schule für Schneiderei eröffnet. Am 15 neuen Nähmaschinen wird in 2 Schichten gearbeitet, 30 junge Menschen lassen sich ausbilden.

In Uganda bieten erfahrene Trainerinnen Seminare und Vorträge an, um Mädchen in der Pubertät über ihre Menstruation (und die Sexualität) aufzuklären und sie selber Stoffbinden herstellen zu lassen. Es ist ein Kleinprojekt von Tukulere Wamu. Auch in einer katholischen Mädchenschule in Mzuzu in Malawi äußerten Mädchen, sie würden nicht fair behandelt. Hier gibt es viel Informationsbedarf.

Auf dem Gelände der Ndejje-Universiät ebenfalls in Uganda ist eine Demo-Farm entstanden, die auf die Folgen der großflächigen Abholzung in Afrika aufmerksam machen soll. Über 1500 Bäume sind als Gegenmaßnahme schon gepflanzt worden. An der Universität ist auch ein Projekt für Komplementärmedizin ins Leben gerufen worden. In den Tropen soll es 50.000 Pflanzen geben, die wie Medizin wirken können. 10.000 von ihnen sind bereits so weit erforscht, dass sie zu Prävention oder Behandlung eingesetzt werden können. Nun soll ein großer Pflanzengarten entstehen.

Auf Madagaskar wurden in der kleinen Gemeinde Anivorano Antsirabe für 500 Euro zwei Brücken gebaut, um den Schulweg für Kinder sicherer zu machen. Der Waschplatz wurde befestigt, und die Grundschule der Gemeinde bekam Toiletten.

Laura Ehrler hat das Lager Palorinya in Norduganda besucht, in dem 130.000 Menschen leben, hauptsächlich Flüchtlinge aus dem Südsudan. Seit die Hilfe für arme Menschen (vor allem von den USA) gekürzt wurde, müssen die Bewohner sich mit 60 Prozent der normalen Lebensmittelrationen begnügen; das genügt kaum zum Überleben. Wie schon erwähnt, gibt es ein Programm zur Behandlung von Traumata, das Father Abraham von den Comboni-Missionaren gründete. Für die Berater braucht es nun T-Shirts, damit man sie erkennt, und für die 5 Zonen des Lagers werden 10 Fahrräder benötigt. Die Kosten betragen laut der Zeitschrift 2180 Euro.

Fahrradtaxis in Uganda

In den vergangenen Monaten wurden 100 Rollstühle ausgeliefert, die in den USA gespendet wurden, doch für die individuelle Anpassung sind noch 27 Euro pro Rollstuhl nötig. Eine Gemeinde hat 40 Dorflatrinen beantragt; eine kostet 165 Euro. Schulbänke fehlen, Solarlampen, weitere Toiletten, und für ein Internat in Burundi wären Stockbetten mit Matratzen schön …

Dann gibt es immer Leute, die murren und sagen: Uns hat auch keiner was geschenkt! Wir mussten arbeiten! – Na, seid froh, Leute, dass ihr Arbeit hattet! Dort in Afrika gibt es kaum Arbeit. Wir wissen selber, dass Geschenke abhängig machen, darum ist Tukulere Wamu ausdrücklich ein »Verein zur Förderung von Selbsthilfeinitiativen in Afrika«. Aber manchmal muss man eben helfen (und wir sind wohlhabend). Ist das nicht christlich?

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