Prag, München und die Bücher

Über Bücher hatte ich gar nicht schreiben wollen, obwohl sie mich immer verfolgen. Doch dann drängte sich mir das Thema auf, weil ich schöne Fotomotive in Prag und München fand. Es werden noch Bücher gelesen, im Hugendubel in München herrschte viel Betrieb, und da gibt es neben Romane und Krimis die seltsame Kategorie Bestseller. Wenn man damit zufrieden ist, was alle lesen.

Ein Grab auf dem Friedhof Vyšehrad zu Häupten der Stadt Prag fiel mir auf:

Später besuchten wir Kloster Strahov auf der Kleinseite (Mala Strana) mit seiner Bibliothek. Wir sehen den edlen Saal und einen verschwenderisch gestalteten Bucheinband mit christlichen Motiven. Der Reiseführer erzählte uns von Schreibfehlern, die den Mönchen beim Kopieren von Texten bei Kerzenlicht unterliefen. Unterschätzen wir die Kreativität des Druckfehlers, des Schreibfehlers nicht!

Auf einem Weg durch die Stadt suchte ich ein Haus auf, in dem W. G. Sebald die Kindheit des Austerlitz ansiedelt, in seinem gleichnamigen Roman aus dem Jahr 2000, der mein Lieblingsroman ist. Šporkova 12, da betreute Véra den kleinen Austerlitz, dem erst Jahrzehnte später die Erinnerungen an Prag ankommen. Darunter zwei Buchumschläge. Den ersten sah ich bei Fritz in Berlin, den zweiten vor ein paar Tagen in Basel.

 

 

Giovanna hatte nach Prag in München das Eurostars Book Hotel in der Schwanthaler Straße gebucht, ohne dass ich das wusste. Hier ist sie beim Einchecken.

Sehen wir näher hin.

Viele Zitate aus Büchern. Es handelt sich um eine spanische Hotelkette, demnach finden wir auch Zitate von Cervantes, dem Schöpfer des Don Quichotte, und von Gabriel García Marquez. Es gibt auch einen ruhigen Raum für die Lektüre.

Ich sah ihn nur von außen. Ich stand im schneebedeckten Innenhof, denn wichtiger als lesen ist mir gegen Mitternacht, meine Pfeife zu rauchen. Das tu ich auch bei minus 4 Grad. Hätten Simenon und Graham Greene auch getan. Das waren die berühmtesten Autoren, die Pfeife rauchten.

Georges Simenon (1903-1989), der Schöpfer von Kommissar Maigret, lebte meist in der Nähe von Lausanne, doch wenn er im Sommerurlaub in Cannes weilte und einen Roman schreiben wollte, der im nebligen, herbstlichen Belgien spielte, stopfte er sich 5 Pfeifen, zog die Vorhänge zu und legte los. In einer weiteren Anekdote beklagt er sich über Langeweile. Seine Frau sagte darauf: »Schreib doch einen Roman!« Und er: »Was mache ich dann am Nachmittag?« Aber sagen wir das auch: Simenon soll kein angenehmer Mensch gewesen sein, er war grob zu seiner Frau.

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