Über einige Jenseits-Filme
Vor einem Monat hatten wir die Liste mit den Jenseits-Filmen nach einem Aufsatz von Simon Foster. Ich habe gleich danach angefangen, sie auf Youtube zu suchen und anzuschauen. Ich habe aber nur wenige gefunden; die Suche geht weiter. Hier will ich über 8 Filme sprechen, die ich ganz sehen konnte (von 24 auf der Liste).
Da werden manchmal Filme angekündigt mit dem unschuldigen Nachsatz Review & Critique, was man gar nicht richtig wahrnimmt, weil als Zeit 1:44 Stunden angegeben ist. Vielleicht der ganze Film? Nein. Da wird endlos über diesen Film gequatscht, wir sehen Standbilder, und irgendeine männliche Stimme quakt auf Thailändisch oder Mongolisch. Oder zwei unterhalten sich über den Film; oder einer mit Kopfhörern redet unsicher vor sich hin und schweigt dann wieder minutenlang. Was soll das? – So wird man eben reingelegt, das gehört zum Konsum.
Die ganz alten Filme sind kurios und wenig ersprießlich. Der Stummfilm Häxan von 1922 will uns zeigen, wie das im Mittelalter mit dem Hexenwesen war, doch da werden nur alte Vorurteile ins Bild gesetzt. Es sollte wohl reißerisch sein: junge Hexen und böse Mönche, Folterer und alte Kräuterweiber. Die Hölle wird uns auch gezeigt.
Outward Bound ist altes Bühnendrama englischer Machart, das Sutton Vane schrieb, und hatte viel Erfolg. Es wirkt etwas statisch, die Toten betreten ein Schiff, ohne zu wissen, dass sie tot sind, es gibt viel Gerede und Gejammer. Das Schiff fährt irgendwohin, niemand weiß es, und am Ende dürfen zwei (ein Liebespaar) zurück auf die Erde: Nahtod 1930. (Ein Passagier sieht sich auf dem Schiff um und merkt: keine Mannschaft, alles verlassen. Charon ist ein Butler.)
Der Pilot Peter (David Niven) fällt aus seinem Kampfflugzeug, lebt aber wegen eines Irrtums weiter, verliebt sich und musss sich einer Gerichtsverhandlung stellen. Darf er zurück auf die Erde? Denn er hat sich verliebt. A Matter of Life and Death heißt der Film aus dem Jahr 1946, den ich ziemlich unsäglich fand. Unten die Rolltreppe, auf der die Protagonisten gen Himmelreich rollen.
Liliom hat Fritz Lang 1934 nach dem Bühnenstück von Ferenc Molnár gedreht. Das ist schon besser; leider ist der Film auf
Französisch. Die Geschichte ist bekannt: Liliom ist Ausrufer am Karussell, ein liebenswürdiger Geselle und Frauenheld. Er lernt Julie kennen, zieht zu ihr, hat kein Geld mehr, nimmt an einem Raubüberfall teil und ersticht sich. Auch er muss vors Gericht, sieht Szenen seines Lebens mit allen seinen Gedanken, bekommt 16 Jahre Fegefeuer aufgebrummt und darf danach für einen Tag zurück. Danach soll die Entscheidung fallen: Himmel oder Hölle. Alle beobachten gebannt die Wagschale …
Wenig gefallen konnte mir Wings of Fame oder Das Hotel zur Unsterblichkeit. Otakar Votocek drehte ihn 1990. Der Film spricht über sich selbst. Der berühmte Schauspieler Cesar Valentin (Peter O’Toole) wird auf dem roten Teppich von Cannes erschossen, sein Mörder (Colin Firth) stirbt auch, und beide werden in einem Luxushotel einquartiert, wo sie sich langweilen, bis eine Lotterie stattfindet … und zwei dürfen wieder zurück. Marie Trintignant ist entzückend (sie wurde leider 10 Jahre später von ihrem Partner getötet), was man von den männlichen Hauptdarstellern nicht sagen kann. Zwei Punkte von zehn! (Links Marie, dargestellt von Jean-Loup Othenin-Girard, Wikimedia Commons)
Jetzt aber noch zwei richtig gute Filme.
Resurrection von dem kanadischen Regisseur Daniel Petrie (1920-2004) zeigt, wie eine Frau – die wunderbare Ellen Burstyn – nach einem Unglück ihr Talent als Heilerin entdeckt. Sie heilt erst sich selbst und dann viele andere, muss sich gegen christliche Fundamentalisten wehren, die sie als Hexe beschuldigen, da sie nicht sagt, Gott wirke durch sie, sondern: die Liebe. Der Film ist von 1980, das sieht man ihm an und das hört man auch (die Musik drängt sich sehr in den Vordergrund). Sam Shepard spielt einen eingebildeten, rotzfrechen Cowboy, und er ging mir auf den Geist. Blöder deutscher Titel: Der starke Wille (Resurrection dagegen heißt Auferstehung). Ihr half ja nicht nur ihr Wille, einiges an Gnade musste dazukommen.
The Gift (Die dunkle Gabe) mit Cate Blanchett ist jünger, aus dem Jahr 2000, und hervorragend. Er spielt auf dem Dorf in USAs Süden, sie hat drei Kinder und Visionen, legt Leuten die Karten (ihr Mann starb bei einem Unfall) und muss in dem Film ziemlich leiden. Eine Frau wurde ermordet, wer war es? Keanu Reeves spielt einen Schurken, er gerät in Verdacht, aber Cate alias Annie Wilson weiß mehr, doch der Sheriff verachtet zunächst diesen »Humbug«. Der Regisseur war Sam Raimi.
Und ein Film bekommt morgen einen extra Beitrag. Seid gespannt!
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