Jüdische Witze (2)

Hätte ich nicht gedacht, aber manipogo hatte schon einmal jüdische Witze, im entfernten 2016. Mir ist ein Riesenband Der Jüdische Witz »übercho«, wie der Schweizer sagt: Ich habe ihn aus einem Regal befreit. Damls hatte ich gerade einmal zwei Witze zitieren können, jetzt sollen es mehr sein. Ich arbeite gerade das Buch durch und merke mir die besten an.

Wie damals angedeutet, lebte die Autorin Salcia Landmann in St. Gallen, Winkelriedstraße. Sie war 1911 geboren und starb dort 2002 (wir kamen erst 2005 in die Stadt). Frau Landmann hebt hervor. der Witz sei »die letzte Waffe der Wehrlosen«. Der jüdische Witz kommt aus dem scharfsinnigen jüdischen Geist. Viele sind absurd, haarspalterisch und überraschend. Gehen wir gleich hinein in die Sammlung:

Ein russischer Jude kommt in eine kleine deutsch-jüdische Gemeinde und wundert sich, wie klein das Bethaus ist.
»Da geht doch niemals die ganze Gemeinde hinein!« sagt er zum Schammes (Synagogendiener).
Dieser erklärt: »Nun: Würde die ganze Gemeinde hineingehen, so würde sie natürlich niemals hineingehen. Da aber nie die ganze Gemeinde hineingeht, geht die ganze Gemeinde ohne weiteres hinein.«

Zum Rabbi kommt ein armer kinderreicher Jude mit der Frage: »Gibt es ein religiös erlaubtes und vollkommen sicheres Mittel gegen Empfängnis?«
Der Rabbi: »Es gibt. Limonade trinken.«
Der arme Jude: »Vorher oder nachher?«
Der Rabbi: »Anstatt.«

Ein Chassid erzählt: »Die meisten Wundertaten der Rabbiner kennt man nur vom Hörensagen. Ich aber kann euch eine Geschichte erzählen, die ich selber miterlebt habe. Eines Tages sah unser Rabbi im Haustor gegenüber einen Juden Schweinespeck kauen. Er hob zornig den Arm und dekretierte: ›Das ‚Haus soll über dem Sünder zusammenbrechen!‹ Dann besann er sich und rief: ›Um der Gerechten willen, die vielleicht auch in dem Hause wohnen, möge das Haus stehenbleiben!‹ Und was sagt ihr dazu: Das Haus blieb stehen!«

Δ

Ein Jude erzählt: »Vom Wunderrabbi in unserem Städtchen wurde erzählt, dass er in Verzückung gerate, sobald er allein sei. Ich wollte mich davon überzeugen, und darum versteckte ich mich unter dem Bett in seiner Kammer. Da kam der Rabbi herein, und wirklich, es war wunderbar: Als der Rabbi hereintrat, war sein Gesicht durchschimmernd hell. Auf dem Tisch stand eine Glasflasche, die war ganz voll und rot … Nach einer Stunde war die Flasche durchschimmernd hell, und der Rabbi war voll und rot.«

Ein Chassid, dick wie ein Fass, bittet den Wunderrabbi um einen Rat, wie er abmagern könnte. »Geh nach Marienbad!« sagt der Rabbi. 
Nach vier Wochen steht der Chassid wieder vor dem Wunderrabbi. »Rabbe, ihr habt doch gesagt, Marienbad wird mir helfen. Und nun schaut mich an! Ich bin noch dicker geworden!«
»Nu – hast du denn meinen Rat befolgt? Ich hab‘ gesagt: Geh nach Marienbad! Bist du etwa gegangen? Du hast dich in den Zug gesetzt und bist gefahren!«
(Dazu lesen: Der geheilte Patient!)

Λ

Beim Wunderrabbi klagt eine Jüdin über ihre dauernde Migräne. Dabei schüttet sie ihm ihr Herz aus. Sie redet und redet und redet – plötzlich stockt sie und ruft aus: »Rabbi! Ihr seid ein wahrer Wundertäter! Meine Migräne ist verschwunden!«
»Nein, Jüdin«, stöhnt der Rabbi, »sie ist nicht verschwunden. Ich habe sie jetzt!«

η

Juden dürfen beim Gebet nicht sprechen, nur Zeichen geben.

Spätabend kommt ein Jude ins Hotel. Es ist nur noch ein einziges Bett frei in einem Zimmer, das bereits ein anderer Jude bewohnt. Der Neuankömmling geht in das Zimmer. Dort steht ein Jude mitten im Gebet. 
»Darf ich das zweite Bett haben?« fragt der Eintretende. Der andere nickt und betet weiter.
»Macht es etwas, wenn ich erst spät nachts heimkomme?« Der Betende macht mit dem Kopf ein Zeichen: nein!
Der neue Gast fragt weiter: »Haben Sie etwas dagegen, wenn ich mir ein Mädel mitbringe?«
Der Betende macht mit den Fingern ein Zeichen: zwei! 

Ñ

Ein orthodoxer Jude überrascht den sehr liberalen Rabbiner der Gemeinde, wie er am Bahnhof ein Schinkenbrot isst. 
Der Rabbiner ist verlegen: »Sie wundern sich wohl, dass ich Schinken esse?«
Der Jude: »Nein, durchaus nicht. Ich wundere mich nur, dass Sie bei uns Rabbiner sind.«

 

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