Gedichte von Sappho
Hören wir uns also ein paar Gedichte der Sappho an. Sie preist die Liebe, thematisiert aber auch das Älterwerden (wie Anakreon, der in Sapphos Todesjahr geboren wurde und immer Wein und die Liebe liebte) und die Einsamkeit. Daher scheint es wahrscheinlich, dass sie 630 oder 620 geboren wurde, vielleicht sogar das 60. Lebensjahr erreichte.
Mir scheint den Göttern gleich
Mir scheint den Göttern gleich,
wer, dir nahe, so süßen Klang
vernimmt, wenn du sprichst
und liebestrunken lachst: Sogleich
regt sich in der Brust mein Herz,
kaum dass ich dich sehe, und
die Stimme versagt mir.
Ein leichtes Feuer durchdringt die Haut,
und dunkel wird mir vor Augen,
und das Blut dröhnt in den Ohren.
Und dies alles in Schweiß und Zittern,
und der Tod scheint mir nicht fern,
mir, deren Geist ist überwältigt.
Untergegangen ist der Mond
Untergegangen ist der Mond –
wie die Pleiaden mitten in der Nacht;
auch die Jugend entfernt sich,
und ich bleib nun allein in meinem Bett.
Die Seele schüttelt mir Eros
wie ein Wind auf dem Berg,
der in die Eichen fährt;
und die Glieder löst und sie bewegt,
du bittersüßes unbezwingbares Raubtier.
Aber für mich weder Bienen noch Honig,
und so leide und begehre ich.
An die schönen Locken hefte Girlanden
Du, o Dice, hefte an die schönen Locken Girlanden
mit deinen zarten Händen, mit Fingern wie Stengel aus Dill,
denn die glückhaften Grazien begrüßen,
wer mit Blumen geschmückt und fliehen, wer ohne Girlanden.
Bild von Sappho (oben): Julius Johann Ferdinand Kronberg, 1913. Und wir vergessen nicht: Heute ist Bourdain-Day! An diesem Tag wäre Anthoiny Bourdain 70 Jahre alt geworden. Er hat sich auf der Seite der Cosmic Voices auch geäußert, lest hier. Am 12. Juni 2022 war das, 4 Jahre nach seinem Tod.
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