Geister und die Forschung

Heute will ich etwas über die S.P.R. aus London schreiben, daher diese Überschrift. Die Forschung heute lassen wir aus dem Spiel. Du könntest ihr 100.000 beeidete Zeugenaussagen hinlegen, und die Wissenschaftler würden trotzdem sagen: Geister gibt es nicht; alles Einbildung. Halluzinationen.

Die weiße Frau von Aldershot – die in Indien verstorbene Gattin eines sterbenden Arztes – haben 1880 zehn Soldaten gesehen und es mit ihrer Unterschrift bezeugt. Die Verstorbenen treten manchmal auf, um zu helfen.

Kürzlich habe ich einen neuen Podcast entdeckt, Above and Within, der Ende Juni erst 71 Abonnenten hatte. Ein sympathischer dicker Amerikaner im geblümten Hemd, dessen Name nicht erwähnt wurde, erzählte, wie er drei Mal einen Geist sah.

Er schaute sich mit seinem Vater ein Football-Spiel an, als sein Blick in den Korridor ging, und es näherte sich George, der beste Freund seines Dads. Er war vor kurzem gestorben, hatte sein weißes Polohemd an und die ausgebleichte Jeans, die er immer trug, kam herbei, ging am Vater vorbei, weiter durchs Wohnzimmer, durchdrang eine Wand und verschwand. Transparent sei er gewesen, aber gut sichtbar, und sein Vater kriegte es auch mit. Das war George, sagte er.

Don, der Nachbar, hatte viel für unseren Zeugen getan und war mit 83 Jahren gestorben. Und nun stand er (oder sein Geist) dort oben am Fenster seines Hauses, minutenlang, in der Kleidung, die er 1979 getragen hatte. Das dritte Erlebnis hatte mit dem Vater unseres Zeugen zu tun. Da war er gerührt. Bei einer Feier an einem Pool setzte sich ein Orb auf den Zaun, der groß war wie ein Basketball. Er wusste: Das ist mein Dad! Der Lichterball erhob sich irgendwann und verblasste. Sein Vater hatte hier wohl »eingecheckt«, um nachzusehen. Sie seien immer bei uns, die Verstorbenen, sagte unser Mann.

Von solchen Berichten gibt es Tausende, und nicht erst seit 1882, als die in jenem Jahr in London gegründete Society for Psychical Research sich an die Arbeit machte. Sie erforschte die Phantasms of the Dead und die Phantasms of the Living (die Erscheinungen von Lebenden und von Toten) und erstellten ihren Halluzinations-Zensus, in dem sie Engländer baten, ihre Erlebnisse zu berichten. 400 Mitarbeiter befragten 17.000 Menschen, und 1700 von ihnen, also 10 Prozent, sprachen von »Halluzinationen«. Die Frage, die damals, 1894, gestellt wurde, lautete:

Haben Sie jemals, als Sie glaubte, vollständig wach zu sein, den lebhaften Eindruck gehabt, ein lebendes Wesen oder ein unbelebtes Objekt gesehen zu haben oder von ihm berührt worden zu sein oder eine Stimme gehört zu heben. wobei Sie, soweit Sie es einschätzen konnten, keinen äußeren physischen Grund dafür angeben konnten?

Die Society gliederte die Ergebnisse in taktile, visuelle und auditive Fälle sowie Kombinationen aus diesen. In ihren Zeitschriften können wir Hunderte von diesen Erlebnissen nachlesen. – 1890 behandelte Frederick Myers Erscheinungen (von Geistern) mehr als ein Jahr nach dem Tod des Betreffenden. Ein Mann zum Beispiel sah seine tote Schwester auf dem Bett in einem Hotelzimmer liegen, und sie hatte eine blutende Schramme an der Wange; die Mutter gab zu, dies sei beim Ankleiden geschehen, man habe die Wunde gut zugedeckt.

100 Jahre nach dem Halluzinations-Zensus stellte man eine Telefonbefragung an, und 22 Prozent von 1007 Befragten bejahten: Sie hatten so etwas erlebt, was eine Halluzination, aber auch eine Geistererscheinung sein konnte.

David Fontana (1934-2010) berichtete im SPR-Journal 64 im Jahr 2000 von Erlebnissen im Zusammenhang mit seinem Freund Ralph Noyes, der gestorben war. Fontana und ein Freund lasen einen Nachruf auf Noyes und tranken Cocktails, als plötzlich das Oberteil eines Shakers ohne angebbare Ursache zu Boden fiel und ein klirrendes Geräusch erzeugte. Als er ein Zitat von William James suchte, den Noyes bewunderte, fiel ein Stapel von Zeitschriften aus einem Regal zu Boden. Und einmal fand er sich in einem Traum in totaler Dunkelheit, die ihm sehr sicher und warm vorkam, und vor ihm befand sich Noyes, der allerdings nichts sagen konnte.

Wir dürfen nicht nur an Erscheinungen denken, sondern auch an kleine Zeichen, die uns die Verstorbenen schicken. Sylvia Hart Wright hat einmal geschrieben, wichtig sei das bedingungslose Vertrauen, dass uns ein Zeichen zukäme. Dann werde es geschehen.

In der vergangenen Woche hatte ich zwei Mal einen Schmetterling in meiner Wohnung, was Jahre nicht mehr vorgekommen war. Natürlich dachte ich da: ein Zeichen von Giulio!

Das Bild links ist Der Geisterjäger, 1888 geschaffen von William Blair Bruce (1859-1906)

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