Armando in Australien, mal wieder
Armando Basile ist seit über 40 Jahren mit dem Rad unermüdlich auf der Welt unterwegs. 1,6 Millionen Kilometer hat er eingefahren (he got those miles in), nächsten Februar wird er 80, und vor einem Jahr durchquerte er im Winter mal wieder Australien. Davon erzählte er gestern bei einem Vortrag in Heitersheim. (Heute sind wir mal brandaktuell.)
Armando, der in manipogo einen treuen Freund hat, war schon 14 Mal auf dem fünften Kontinent. Von Nord nach Süd ist er gefahren, um den Kontinent herum, von West nach Ost auch, dabei durch die Nullarbor-Wüste, die sich über 1200 Kilometer erstreckt.
Doch vor einem Jahr fuhr er von Melbourne im Süden hoch nach Darwin im Norden, mehr als 3000 Kilometer. Er nahm das Flugzeug von Frankfurt nach Havanna, tat sich in Kuba um, flog (oder floh; Kuba ist arm und etwas gefährlich) dann nach Los Angeles und von dort nach Melbourne, in diese Stadt mit ihren 5,4 Millionen Einwohnern. Von dort geht es hinaus in das schütter bewachsene Grasland und, bei erstickender Hitze dem Band der Straße folgend, nach Adelaide (600 Kilometer). – Oben links sehen wir unseren Helden vor seinem Vortrag. Neben ihm seine Partnerin Helga.
Auf der Schnellstraße bei wenig Verkehr nach Nordwesten. Alle 200 Kilometer gibt es ein Roadhouse zur Wiederherstellung. Als nächstes liest man: 1200 Alice Springs. Das dauert länger. Da am Tag im australischen Sommer an die 46 Grad herrschten, fuhr der Italiener gern in der Nacht, bis 2 oder 3 Uhr morgens, um noch einen Campingplatz zu erreichen. Schlafen könnte man am Tag, aber es ist zu heiß.
Der Stuart Highway führt direkt nach Alice Springs, doch rund 200 Kilometer davor muss man stracks nach Westen abbiegen, will man den Uluru sehen, der als Ayers Rock bekannt geworden ist. 260 Kilometer nach Westen, dann alles wieder zurück. Bringt 500 Kilometer. – Manchmal liegt ein totes Känguru auf der Straße. Sie werden durch das Licht eines Lastwagen geblendet und überqueren trotzdem die Straße.
Einmal suchte er einen Campingplatz auf, der mit den UFOs warb. Den Außerirdischen ignoriert er einfach.
Einmal hat’s auch sturzbachartig geregnet, ein Lastwagen nahm ihn mit, den die Polizei aufhielt. Ein griechischer Unternehmer ließ ihn tagelang in seinem Haus wohnen. Aren’t people nice? würde da Rod Driver schreiben. Ich glaube, Armando ist dann von Darwin nach Singapur geflogen und von dort wieder zurück nach Frankfurt.
Als er von den 40 Zuhörern in Heitersheim Beifall bekommen hatte, zeigte er mir noch die Landkarte mit der Türkei, die er am liebsten bereist, weil er auch des Türkischen mächtig ist.
Ich glaube, das war vergangenen Sommer. 10 Wochen unterwegs. Über Österreich nach Rumänien, dann Bulgarien, hinein nach Istanbul und um die Türkei herum, von Rhodos mit dem Schiff nach Athen, von dort zur Fähre nach Ancona und dann noch ein wenig durch Italien, das »schönste Land der Welt«. Er schläft immer im Zelt, draußen, und ein Tag mit weniger als 100 Kilometer ist für ihn eine Niederlage. In Australien hat er auch mal 250 Kilometer am Tag zurückgelegt. Man kennt ihn, und trotzdem steht man da und schüttelt den Kopf: unglaublich, dieser Typ.
Π λ
Die Fotos sind leider schlecht, ich habe sie direkt von der Leinwand. – Die folgenden Artikel erzählen von den Aborigines und ihrer Traumzeit. Sehr lang sind sie geraten, ich wollte alles erzählen. – Australien, das sind natürlich auch Midnight Oil (How can you sleep when your beds are burning?) und AC/DC. Highway to Hell! Hier!
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