Die Traumseele
Gibt es nicht den Traumpartner und das Traumland? Der neue französische Film, den ich mit der Traumseele meine. nennt sich L’âme idéale (Die ideale Seele), und ob er einmal in die deutschen Kinos kommt, weiß man nicht. Alice Vial hat den Film gedreht, den ich Anfang März drüben im Elsass sah. Ich war einfach hingerissen.
Doch, wirklich: Dieser Film hat mich emotional so gepackt wie kein anderer der letzten Jahre. Er war humorvoll, hatte mit Geistern zu tun, turbulent war er auch, und am Ende hatte ich Tränen in den Augen.
Vorher hatte ich in Fessenheim noch Zeit gehabt. Ich wanderte umher. Im Westen war der Himmel über den Vogesen orangerot eingefärbt, weil die Sonne untergegangen war, und als ich mich umdrehte, stand da ein riesiger gelber Vollmond am Himmel.
Es sollte ja um Geister gehen, dennoch hatte ich Bedenken gehabt, weil die Franzosen ja gern der Amour huldigen und dann manchmal kitschig werden. Es kam aber anders. Ich fuhr hinterher wie auf Wolken im Auto über die Rheinbrücke.
Die Geschichte steht in kurzen Sätzen ja bereits im Internet, darum darf ich es hinschreiben: Die Ärztin Elsa kann mit Verstorbenen kommunizieren, und dann trifft sie einen, der total sympathisch ist, aber tot, ohne es zunächst zu wissen. Und eine seltsame Liebesgeschichte beginnt. Ich dachte an The Sixth Sense von M. Night Shalayaman (mit Bruce Willis, 1999), der für mich bislang unerreichbar blieb, doch L’âme idéale ist genauso schön.
Das liegt natürlich an den beiden Hauptdarstellern und vor allem an Magalie Lépine-Blondeau mit dem entzückendsten Lächeln von der Welt, ein wahrer Schatz, ein Wirbelwind, der auch traurig sein kann. Jonathan Cohen passt perfekt: Er ist Oscar, der Musiker, den wir meist sehen, der aber für die anderen im Film unsichtbar ist, weshalb man Elsa natürlich für verrückt hält. Irgendwie spürt man, dass die Darsteller viel Spaß beim Dreh hatten.
Man sieht jedenfalls, dass ich (oder manipogo) nicht immer überkritisch bin; manchmal überrollen auch mich, den distanzierten Wassermann, die Emotionen.
Ich könnte mir vorstellen, dass Alice Vials Film ähnlichen Kultcharakter bekommt wie Amélie und ihre fabelhafte Welt, der seit 2001 Zuschauerinnen und Zuschauer begeistert. Der englische Titel lautet You Found Me. Einen Trailer gibt’s hier, auf Französisch allerdings, klingt aber immer herrlich.
Schaut ihn euch an, sollte er in die deutschen Kinos kommen! Und schön, dass gerade dieser Beitrag der 4000. (der Viertausendste) auf manipogo ist.
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