Erlebnis auf Focus 15
Ich weiß nicht, Focus gefällt mir besser als Ebene, was zu konkret klingt. Robert A. Monroe hat in seinen 3 Büchern natürlich die gestern genannten »Ebenen« auch vorgestellt, wir kommen dazu, doch heute eine absurde Geschichte von Focus 15, wo die Vorstellung der Zeit wegfällt; es ist also die zeitlose Region.
Bruce Moen schrieb in seinem Buch Voyages into the Afterlife über Focus 15 und tat dies in der dritten Person, obwohl vermutlich er es war, der es erlebte:
Da gab es absolut keine Bewegung, alles schien im Raum eingefroren zu sein. … Als er sich vorwärts bewegte, begannen sich Dinge in der Szene ebenfalls zu bewegen. Blätter raschelten, Gräser schwankten, und ein Vogel flog durch die Luft. Als er dahinging, bewegten sich die Dinge wie erwartet, und wenn er rückwärts ging, flog der Vogel auch rückwärts durch die Luft.
In jedem Standbild schien die Abfolge aller anderen Ereignisse programmiert zu sein. … Es fühlte sich an, als sei die ganze Interaktion bereits fertig vorhanden und habe nur darauf gewartet, dass jemand sich bewegte, um durch die eigene Bewegung der Szene den Anschein zu geben, dass die Zeit vergehe.
Und wenn Focus 15 alle Programme von allen Sequenzen von Ereignissen enthielt, durch die sich das menschliche Bewusstsein bewegt, dann enthielt es auch alle Zeit. Ich begann zu verstehen, dass Focus 15 Zugang zu jedem Ort in der Zeit versprach.
Ø Ø
Alle Zeit enthalten und dennoch eine »zeitlose« Region sein, das muss keinen Widerspruch darstellen. Alle Zeit ist da, jedoch konzentriert aufs Jetzt. Es gibt zwar das Nacheinander von Ereignissen, doch keine Zeit; würden wir die Zeit nicht messen und uns an ihr orientieren, es gäbe sie nicht. Das Zusammengedrängtsein von Informationen und Abfolgen zeichnet das Jenseits aus. Ich fand das Zitat darum so toll, weil mich (wie viele andere) der Gedanke irritiert, dass alle Jahrhunderte angeblich gleichzeitig ablaufen. Müssen sich alle Greuel auf diesem Erdball wiederholen?
Nein, und doch ist alles vorhanden und sozusagen »eingefroren«, wie Moen schreibt; mein Bewusstsein weckt sie auf, ich kann in eine Szene eintreten, zum Beispiel in eine Szene meines Lebens, um sie erneut zu erfahren (im Lebensrückblick). So hatte ich mir das ausgemalt, und Moen bestätigt es. Die Szene beginnt erst zu leben, wenn ich sie be-lebe. Ich kann also jeden beliebigen Zeitpunkt der Geschichte dieses Erdballs aufsuchen, da alles aufbewahrt ist.
Damit geraten eine Serie wie Time Tunnel (USA, 30 Folgen, gedreht 1966/67; in Deutschland wurden 13 davon 1971 und 1972 ausgestrahlt) und Zeitreise-Episoden in der anderen Serie Twilight Zone (1959-1964, bei uns »Geschichten, die nicht zu erklären sind«) in den Bereich des Möglichen. – Und wir denken auch an den Film Non ci resta che piangere von 1984, in dem Roberto Benigni und Massimo Troisi ins Jahr 1492 katapultiert werden und (vergebens) versuchen, die Entdeckung Amerikas zu verhindern. Die Zeitreise war immer ein beliebtes Sujet in Science-Fiction-Werken.
Bekannt geworden sind auch Anekdoten, in denen Menschen zufällig in eine andere Zeitlinie gerieten. Plötzlich hatten sie andere Kleider an und erlebten historische Szenen mit wie zwei englische Lehrerinnen, die 1905 auf Schloss Versailles sich unversehens in die vorrevolutionäre Periode 1788 versetzt sahen.
Ich hatte ja 2011 für den Crotona-Verlag Zeit & Bewusstsein geschrieben und schon gefürchtet, am Thema gescheitert zu sein; doch als ich das Buch nochmals überflog, fand ich es so schlecht nicht. Ja, Zeit und Raum sind gemäß Einstein nicht Realitäten, sondern Denkweisen. In dieser unserer Welt ist es fast unmöglich, sich davon zu befreien.
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