Ein Münchner im Himmel
Das ist doch ein Film für uns Bayern! Wir wollen unser Bayerntum nicht verleugnen, auch wenn wir im Südwesten der Republik leben. Diesmal ist manipogo super aktuell: Erst seit einer Woche läuft Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang in der Kinos. Meine Schwester und ich haben ihn genossen, er war voller Gags und nicht zu klamottig. Sehr unterhaltsam!
Zur Vorgeschichte: 1911 veröffentlichte Ludwig Thoma die Geschichte um den Münchner Dienstmann Alois Hingerl, den sie im Himmel nicht aushalten und der dort selber unglücklich ist (»A Manna soll i sauf’n, Halleluja soll i singa?«). Gottvater erträgt ihn nicht, und er wird wieder hinuntergeschickt mit einem Brief, der Ratschläge für die bayerische Regierung enthält; doch die kommen nie an, weil der Alois im Hofbräuhaus versumpft. Deshalb, so heißt es in dem Werk, sei die Regierung ohne Weisheit verblieben (was damals Verärgerung in der Regierung auslöste). Die Version von Adolf Gondrell wurde berühmt.
Den Film hat David Dietl gemacht, 1979 geboren und Sohn von Helmut Dietl (1944-2015), der die unvergesslichen Serien Monaco Franze und Kir Royal schuf. Der Held ist Ludwig »Wiggerl« Brunner (Maximilian Brückner), ein Münchner Original und Taxifahrer, auch verstrickt in dunkle Geschäfte, und plötzlich ist es zu Ende, und er steht Petrus und der Obergöttin gegenüber, während sein Körper in der Klinik im Koma liegt.
Gibt es einen Weg zurück? Mit ein wenig Glück und Willen könnte es gehen, aber sein Sündenkompass deutet in die falsche Richtung. Seine Tochter Antonia hat der Wiggerl vernachlässigt, seinen Vater ignoriert, und ein toller Ehemann war er auch nicht. Es geht also wieder hinunter nach München, für ihn ohnehin das Paradies, und er macht sich an die Arbeit. Es wird turbulent und bunt und familiär, man fühlt sich richtig eingebunden und grinst über diesen Wiggerl, den Schlawiner, der zwischen Tod und Leben zu neuen Erkenntnissen über sich kommt.
Das ist viel gelungener als die bayerische Jenseits-Satire Zweigstelle vom vergangenen Herbst, und es freut mich, dass so meine kleine Reihe über Jenseitsfilme einen würdigen Abschluss findet: und noch dazu in München, wo ich erst vor zwei Wochen war und auch im Augustiner an der Landsberger Straße einkehrte. Ich würde vermutlich wie der Alois Hingerl eher in der Bierhalle versumpfen, a Maß trinka und dazu Bücher lesen oder manipogo-Artikel verfassen, und der heilige Augustinus würde mein Tun segnen, wie er in dem Gasthaus das tut, angebracht oberhalb des Eingangs, der auch der Ausgang ist, aber auch draußen geht es weiter: Der Tod ist erst der Anfang.
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