Die Auferstehung „im Fleische“

Tony Cicoria hat es ja gestern gesagt: Wir sind zwei in einem, sind der Körper und auch Seele/Bewusstsein, was sich vom Körper loslöst und mit einer eigenen Hülle eingekleidet ist. Paulus sprach von einem übernatürlichen Körper, Augustinus von einem Corpus spirituale (Auferstehungsleib). Da sind wir ziemlich nahe beieinander.

Ich hatte das tatsächlich wörtlich genommen, ich dachte, mit Auferstehung im Fleische (beim Posaunenschall) sei unser Wiedererscheinen in irdischer Gestalt gemeint. Paulus schrieb indessen in seinem ersten Brief an die Korinther (15,35 ff):
Nun könnte einer fragen: Wie werden die Toten auferweckt, was für einen Leib werden sie haben? … Nicht alles Fleisch ist dasselbe: Das Fleisch der Menschen ist anders als das des Viehs, das Fleisch der Vögel ist anders als das der Fische. Auch gibt es Himmelskörper und irdische Körper. Die Schönheit der Himmelskörper ist anders als die der irdischen Körper. Der Glanz der Sonne ist anders als der Glanz des Mondes, anders als der Glanz der Sterne; denn auch die Gestirne unterscheiden sich durch ihren Glanz.
So ist es auch mit der Auferstehung der Toten. Was gesät wird, ist verweslich, was auferweckt wird, unverweslich. Was gesät wird, ist armselig, was auferweckt wird, herrlich. Was gesät wird, ist schwach, was auferweckt wird, ist stark. Gesät wird ein irdischer Leib, auferweckt ein überirdischer Leib. Wenn es einen irdischen Leib gibt, gibt es auch einen überirdischen.
Der heilige Augustinus (354-430) erklärt uns in Vom Gottesstaat, nach der Auferstehung hätten wir denselben Körper, aber in vollkommener Form. Der Auferstehungsleib sei frei von Verfall und Schmerz und benötige keine Nahrung mehr. Und er werde sich dem Geist willig unterordnen. Das entspricht dem, was wir aus dem Jenseits kennen – nur dass bereits der Übergang mit einem eigenen Körper vollzogen wird und später vielleicht dieser durch einen noch feineren ersetzt wird. Die Verstorbenen müssen nicht unbestimmte Zeit warten, bis die Posaunen erschallen. – Und die Astralreisenden sind natürlich auch mit einem feinstofflichen Körper in anderen Zonen unterwegs. Jede außerkörperliche Erfahrung beruht darauf, dass in unserem Körper bereits das Vehikel eingearbeitet ist, das die Seele transportieren wird. (Crookall nannte »Vehicle of Vitality«, was uns hinaufträgt und hinausschießt wie eine Rakete. )
Man hat das Verhältnis von irdischem Leib und Auferstehungsleib zuweilen mit der Metamorphose einer Raupe zum Schmetterling verglichen. Der Glanz der Auferstehungsleiber wird jedoch je nach Verdienst unterschiedlich sein: »Anders ist der Glanz der Sonne, anders der Glanz des Mondes, anders der Glanz der Sterne; ja, ein Stern unterscheidet sich im Glanz vom anderen.«

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