Erfahrungen im Koma
Mir kam wieder das Koma in den Sinn und was die Leute hinterher zu erzählen haben. Also forschte ich im Internet herum und las an die 100 Berichte durch. Für die Hälfte der Ex-Patienten war die Zeit im Koma (ob eine Woche oder 3 Monate) wie ein traumloser Schlaf, und viele hatten ihre Erinnerungen davor eingebüßt. Doch es gab auch spannende Geschichten.
Ein gewisser Teil hatte fürchterliche Erinnerungen, wurde gequält oder mehrmals getötet. Da sagte ein Mann etwa:
Ich starb durch die Hände von Monstern und Folterern, zahllose Male. Es ist ein Horror eigener Art. Ich wollte es abstellen, konnte aber nichts dagegen tun.
Das ist womöglich ein Reflex auf die Ohnmacht und eine subjektiv empfundene Bedrohung. Ähnlich liest sich das im manipogo-Artikel Viele Leben – im Koma. Der Link befindet sich unten.
Zitieren wir aus ein paar ungewöhnlichen Berichten von der Seite Bored Panda, die 75 Beispiele aufführte. In ihnen wirkt die Koma-Zeit wie eine andere Realität.
Ich hatte eine Unterhaltung mit meinem Sohn, der im vergangenen August mit 20 Jahren gestorben war. Er bat mich, mit ihm zu kommen, doch ich sagte ihm, ich könne nicht, da ich noch seinen Bruder und seine Schwester aufziehen müsse. Er verstand das und sagte: Ich liebe dich. Es war ein total erstaunliches Gefühl.
Ich dachte, die ganze Zeit ein normales Leben geführt zu haben. Ich fuhr meinen Lastwagen wohin und fand mich 5 Mal am Tag in anderen Staaten wieder, zum Beispiel in Montana, wo ich immer eine Telefonzelle suchte, um meine Frau anzurufen, damit sie mich abhole. (Mann, im Koma nach Motorradunfall)
Seltsamer Traum: Ich war in einem dunklen Tunnel und am Ende war eine Tür, doch ein alter Typ mit grauem Bart schlug mich und ging hindurch, während ich zurückkehrte. Später hörte ich, im Zimmer nebenan sei ein alter Mann an derselben Krankheit gestorben, die ich hatte.
Ich dachte, ich hätte als Krankenschwester in einer Institution irgendwo in Asien gearbeitet, die plastische Chirurgie anbot. Ich hatte mich mit Kollegen angefreundet, die nie existierten, jedenfalls nicht in physischer Form. Mein Problem war diese doppelte Realität. Alles fühlte sich so real an wie im Rest meines Lebens, und ich musste diese Realität in Frage stellen.
Träume wie Trips. Mein Schwiegervater erzählte nach dem Koma, er habe zusammen mit seiner Familie eine Firma geleitet, die touristische Helikopterflüge anbot.
Ich besuchte Wohnungen, Leute und Büros, die erst während oder nach meinem Koma (2004) entstanden. Ich beschrieb meiner Frau ein Haus, wir fanden es nach langer Zeit, doch es war erst im Bau. In der Toten-Zone wurde ich von vielen Leuten begrüßt, die mir zu verstehen gaben, ich solle meine Sachen packen, ich sei am falschen Ort. Wir hatten viele Diskussionen, und viele Probleme wurden gelöst. (Edward B. Toupin)
Eine Verwandtschaft zu Nahtod-Erfahrungen gibt es, ohne Frage.
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Was einem dann noch so vermischt angeboten wird: ein Beitrag über eine dunkelhäutige Engländerin, die nach einem Schlaganfall plötzlich mit italienischem Akzent sprach. Der 4-Minuten-Film war ein Jahr alt, und wie ein zugeschalteter Neurowissenschaftler das erklärte. war wenig überzeugend. Ich denke, der Mann wusste selber, dass seine Erklärungsversuche nur etwas Unerklärliches vernebeln half.
Interessanter noch: ein Beitrag von vor 12 Jahren über einen jungen Australier (Ben MacMahon, 21 Jahre alt damals), der nach einem Autounfall fließend Mandarin sprechen konnte, vielleicht die schwierigste Sprache der Welt. Vorher hatte er nur die Grundlagen des Chinesischen beherrscht, nun gewann er einen Wettbewerb und trat im chinesischen Fernsehen auf. Das zu erklären wurde in dem Film nicht einmal versucht.
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