Abtei Murbach
Vor einem Monat war ich 4 Tage drüben im Elsass, um Kloster Murbach aufzusuchen, 66 Kilometer vom manipogo-Hauptquartier entfernt. Ein Buch hatte mir verraten, dass dieses Kloster tausend Jahre (1000 Jahre) lang existierte und das Geistesleben bereicherte. Heute steht davon nur noch die Abteikirche.
Aber diese Kirche ist imposant und von allen Seiten beeindruckend. Man fährt hoch in den Wald, und da sind sie, die beiden Türme, umfangen von etwas Traurigkeit.
Gegründet wurde das Kloster 727 oder 728 von Graf Eberhard, der für die geistigen Dinge den Mönch Pirminius konsultierte, den wir links im Bild sehen. Es
wurde also gebetet und gearbeitet nach der Regel des Benediktus (480-547). Das Kloster unterstand dem Kaiser und erhielt weitläufige Schenkungen, die Vassallen verwalteten. Sogar bei Luzern, wo ein Bruder des Abtes selber Abt war, besaß Murbach Land. Noch 500 Jahre nach der Gründung bestätigte Kaiser Friedrich II. die Privilegien des Klosters.
Die Bauern wurden also vom Kloster ebenso ausgebeutet wie vom Adel. Mönche und Nonnen wurden verehrt, weil sie für das Heil der Menschen beteten, denn im Mittelalter drehte sich alles um das Heil und den Einzug ins Paradies. Doch allmählich, schon Ende des 13. Jahrhunderts, setzte der Niedergang ein. Es kam zu einer Verweltlichung. Man stelle sich das vor: Mönch konntest du nur werden, wenn du in einer adeligen Familie geboren warst und mindestens 16 adelige Vorfahren nennen konntest: eine Art Arier-Nachweis. Der Kaiser und die Fürsten holten sich ihre Verwaltungsbeamten aus dem Kloster, das eine Art Elite-Schule darstellte.
Die jungen Adeligen kümmerten sich jedoch immer weniger um geistige Dinge, und um 1528 musste man sogar leichte Frauen vertreiben, die ein Auge auf die Mönche geworfen hatten.
Man könnte überspitzt sagen: Die Geschichte der Klöster war ein andauernder Kampf um die Aufrechterhaltung der Klosterdisziplin. Immer wieder kam jemand, der meinte, aufräumen und strengere Regeln verkünden zu müssen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das in G*ttes Sinn ist. Diene dem Herrn und den Menschen in Freude! Bei Verstößen in Murbach: Fasten bei Wasser und Brot; fruchtete das nicht, Einzelhaft für den Mönch (der ja schon an die Einzelhaft in seiner Zelle gewöhnt war). . So ist der Mensch. Unerbittlich. Ordnung muss sein. Waren nicht auch Nonnen gnadenlos mit ihren jungen Zöglingen? Auf welchen Bibeltext konnten sie sich berufen? Gaben sie nur die Härte weiter, die sie selbst erlebten?
Es kam der Dreißigjährige Krieg mit seinen Verwüstungen, die Disziplin nahm weiter ab, und 1759 rückten die Mönche ab und siedelten nach Guebwiller über in die Kirche St. Leger (die französische Entsprechung zu Leodegar, wie die Abteikirche heißt). Auf die Reste der Abtei baute man Häuser, und das Kirchenschiff hinter den Türmen wurde entfernt; heute liegt da der Friedhof.
Noch drei Bilder aus dem Inneren der Kirche: Blick in die Höhe; das Grabmal für Eberhard mit einem schönen Fenster; und der Altar.
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