Feda, das Hindu-Mädchen

Michael Tymn fragte sich vor einem Monat in seinem Blog, wer wohl Feda gewesen sei. Ein imaginäres Wesen, eine Vorfahrin des englischen Mediums Gladys Osborne Leonard? Denn durch Gladys sprach das Hindu-Mädchen Feda, es gab Aussagen von Geistern weiter und war bald »Control« des Mediums. Passt zum gestrigen Beitrag.

Gladys Osborne Leonard (1882-1968) war eines der berühmtesten englischen Medien. Im Dezember 1910 experimentierte sie mit zwei Freundinnen. Sie benutzten ein Tischchen, und wenn die Energien gut waren, erhob es sich und klopfte mit einem Bein auf die Erde. Einmal klopfen: A, zwei Mal klopfen: B. Etwas mühevoll, wenn ein Z vorkommt, aber Zählen hat man ja gelernt. Irgendwann kam ein langer Name, der mit einem F begann. Als die drei um eine Abkürzung baten, kam F-E-D-A heraus. Feda. (Unten im Bild; aus dem Blogbeitrag von Michael Tymn, dem Psi-Historiker.) 

Von ihr erfuhren sie (das mag viele Sitzungen erfordert haben), dass Feda Gladys Osborne Leonards Ur-Urgroßmutter gewesen sei, als Hindu geboren, in Schottland aufgewachsen, mit 13 Jahren William Hamilton geheiratet und bald danach gestorben, um das Jahr 1800. Seit Gladys‘ Geburt fungiere sie als deren Geistführerin und solle mithelfen, dass sie sich spirituell entwickle.

Für das Tischerücken brauchte man keine Trance, aber vollendete Harmonie, und zur Stärkung der Schwingungen musste vorher tüchtig gesungen werden. Dann erhob sich der schwere Tisch (2 Meter lang, 1,50 Meter breit) und klopfte. Drei Jahre nach der ersten Sitzung stimmte Osborne Leonard zu, ging also künftig in Trance, und Feda übernahm ihren Körper und sprach durch sie. Feda sagte, das Medium solle professionell arbeiten, und sie werde immer bei ihm sein. (Rechts: eine Zeichnung aus dem Jahr 1854.)

Charles Drayton-Thomas beschrieb eine typische Sitzung: Das Medium setzte sich etwa 3 Meter entfernt von ihm, ging nach 2 bis 3 Minuten in Trance, und sofort sprach Feda aus ihr, deren Stimme keine Ähnlichkeit mit der Gladys Osborne Leonards hatte.

Feda sprach wie ein junges Mädchen und machte auch Fehler in der Grammatik. Zuweilen blickte Gladys (oder Feda) drei Meter vor sich hin, vermutlich stand da der Geist, und manchmal hörte Drayton-Thomas geflüsterte Bruchstücke: Feda verhandelte mit einem Gesprächspartner.

Gerne wird argumentiert, Feda sei eine »Unterpersönlichkeit« des Mediums, doch das kann man weder beweisen noch widerlegen. Natürlich bewegt sich die englische Wikipedia in ihrem Artikel über Gladys Osborne Leonard auf diesem Niveau. Am Ende wird ein Mann zitiert, der sie für eine Betrügerin hielt; doch die Frau zählt zu den bedeutendsten Medien, wurde oft untersucht und ist über jeden Verdacht erhaben. Wikipedia manipuliert manchmal. Glaubt nichts, was sie über Paranormales schreibt!

Die Trance-Medien hatten meist einen »Control«, der unerwünschte Geister fernhält und Kommunikation ermöglicht. Ein Control muss telepathisch aufgefangene Botschaften verstehen und sie in Worte kleiden; er ist ein Medium auf der »anderen Seite des Schleiers«, wie man so poetisch schreibt; oder vielleicht eine Art Journalist? Immer gelang die Kommunikation nicht, manchmal gingen Teile der Botschaft verloren, und Feda hatte manchmal Probleme mit Namen. Einmal schilderte sie Drayton-Thomas die Schwierigkeiten ihres Jobs.

 

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