Love After Life

Der Titel musste englisch sein: Liebe nach dem Leben. Es gibt im angloamerikanischen Sprachraum Bücher und Filme mit den Titeln Love After Life (ja!), After Life, Love After Love, Afterlove, Life After Life. Jedoch behandelt manipogo heute eine Facebook-Gruppe mit diesem Namen: Liebe nach dem Leben.

Auf Youtube stellten zwei Amerikaner ihre Gruppe vor, die sie 2018 gegründet hatten: Mary Beth Spann Mank und William Murray. Mary Beth hatte ihren Ehemann Paul verloren und William seine Frau Irene, und beide litten monatelang darunter, denn ihre Partner waren wie Teile ihrer selbst  gewesen. Was tut man, wenn man leidet? Man sucht Hilfe.

Beide schlossen sich zunächst Trauergruppen an. Grief heißt Trauer auf Englisch. Es sind Grief Groups oder Groups for the Bereaved (für die »Beraubten«). Da sitzen also Leidensgenossen zusammen und heulen sich ihre Trauer von der Seele. William und Mary Beth indessen wollten nicht von ihren Ehepartnern lassen, sie träumten davon, auch künftighin eng mit ihnen zusammen zu sein.

Im Menschenreich hat alles seine strenge Ordnung. Die »Griefer« wollten mit ihrem Verlust zurechtkommen, den Tod abbuchen, ein neues Leben starten. Mary Beth gefiel das nicht, und William wurde gar nahegelegt, die Gruppe zu verlassen. Da standen sie nun. Und trafen sich und beschlossen, eine Facebook-Gruppe zu gründen. Ziel: transdimensionale Weiterführung der Romancen mit den Eheleuten und Partnern.

William Murray erläuterte:

Wir sind eine Gruppe von Gleichen; wir sind sehr offen und wissen, dass nicht alles bei allen funktioniert. Es ist eine sehr hilfreiche Gruppe von Leuten, die spirituell neutral sind. Wir glauben, dass unsere geliebte Person weiter existiert, dass wir sie eines Tages wiedertreffen. 

Mary Beth sagte:

Die Gesellschaft steht dieser unserer Vorstellung ablehnend gegenüber. 

Es gibt einige Filme auf Youtube, in denen die beiden über ihre Gruppe sprechen. Gewiss wird ein wichtiges Thema die Technik sein, wie man den/die Partner/in kontaktieren könne. Die wichtigsten Prinzipien kennen wir; wenn die Verbindung auf Erden sehr eng war, sollte einer Weiterführung nichts im Wege stehen.

Rachel Remen, die sich bei diesem Thema immer bedeckt hielt, zitierte in einem Buch Mitch Albom, der das Buch verfasste, aus dem dann der Film Fünf Menschen, denen du im Himmel begegnest wurde. Er sagte:

Der Tod ist das Ende einer Lebensspanne, nicht das Ende einer Beziehung. 

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Ich fand das immer toll. In meiner Begeisterung schrieb ich vor 15 Jahren ein 400-seitiges Manuskript mit dem Titel Liebe über den Tod hinaus. Ich gab es sogar auf der Frankfurter Buchmesse meinem Verleger mit. Doch der erwähnte es nicht mehr. Verlage stecken tief in der Gesellschaft drin; und wer würde ein Buch machen, das sich nicht verkauft? Das wäre Selbstmord. Also gut, dann eben nicht. Ich könnte aber öfter aus diesem Buch zitieren, es hätte es verdient. Das machen wir mal im November/Dezember.

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