I-Ging, Nummer 61

Heute ist wieder einmal der Geburtstag meiner vor fünfeinhalb Jahren verstorbenen Mutti. Aber das ist nur für die Statistik. Heute: ein I-Ging-Zeichen. Lasst euch überraschen!

Nach einem Jahr warf ich wieder die Münzen, um zu schauen, was I Ging zu meiner Situation sagt, so ganz allgemein. Das Orakel ist ja 3000 Jahre alt, glaube ich, und enttäuscht hat es mich nie.

Ich bin ja auch auf einem neuen Weg. Meine langjährige Reisegefährtin Giovanna will nichts mehr von mir wissen, ich habe sie seit Prag und München, also vor 8 Monaten, nicht wiedergesehen. Im vergangenen Jahr haben wir so viele Reisen unternommen, weil sie sie wollte und organisierte. Ich, so allein, spüre dazu keinen Antrieb und war daher erst ein paar Mal unterwegs. Sonst: lesen, an der Sonne sitzen und manipogo schreiben.

 

Aber was sagt I-Ging dazu?

I-Ging ignorierte das alles und sagte mir nichts Persönliches. Es kam das Zeichen 61, Dschu Fu, die innere Wahrheit. Das hat mich höchst erfreut, denn ich lebe ja gut so in meiner Gedankenwelt. Bei der 61 heißt es:

Man muss sich innerlich erst ganz frei machen von seinen Voreingenommenheiten. Man muss sozusagen die Psyche des anderen ganz auf sich wirken lassen, dann kommt man ihm innerlich nah, versteht ihn und bekommt Macht über ihn … Wenn man so keine Hindernisse unüberwindlich findet, dann mag man auch die gefährlichsten Dinge unternehmen (…), und es wird gelingen. …

DAS BLD

Über dem See ist der Wind:
das Bild der inneren Wahrheit.
So bespricht der Edle die Strafsachen,
um Hinrichtungen aufzuhalten. 

Der Wind bewegt das Wasser, weil er in seine Zwischenräume einzudringen vermag. So sucht der Edle, wo er Fehler der Menschen abzuurteilen hat, in ihr Inneres verständnisvoll einzudringen und dadurch eine liebevolle Beurteilung der Umstände zu gewinnen. Die ganze antike Rechtsprechung der Chinesen war von diesem Grundsatz geleitet. Höchstes Verständnis, das zu verzeihen versteht, galt als höchste Gerechtigkeit. Eine solche Rechtsprechung war nicht erfolglos; denn der moralische Eindruck sollte so stark sein, dass ein Missbrauch solcher Milde nicht zu befürchten war. Denn sie entsprang nicht der Schwäche, sondern überlegener Klarheit. 

Soweit das I-Ging in der Übersetzung von Richard Wilhelm.

ξ

Noch zwei Links zu zwei Künstlern, die in der zweiten Augusthälfte gestorben sind. Andreas Hoppe verkörperte bis 2018 den Mario Kopper im Ludwigshafen-Tatort; der Schauspieler starb mit 66 Jahren, und hier schrieb manipogo über seine Rolle.

Vorher ging Frank Beard von uns, der Schlagzeuger von ZZ Top. Er wurde 77 Jahre alt. Dusty Hill, der Bassist, war schon 5 Jahre vorher gestorben. Bleibt noch Billy Gibbons. Frank Beard fand ich großartig. Wie er irgendwie gelöst und gelassen die Drums bediente, als sei er dauernd in Trance. Wie viele Drummer war er ein ehrlicher Arbeiter. Mein Beitrag im Sommer 2013 hieß Delirious, und ich habe es geschafft, damals nicht auf dieses Stück zu verlinken. Und hole es hier nach. Hört auf das Schlagzeug!

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