Das Land der Unsterblichkeit
In Mannheim, wo ich ein Wochende im Sommer war, besuchte ich mal wieder ein Museum. Das Reiß-Engelhorn-Museum (D5) hat als Dauerausstellung Ägypten – Land der Unsterblichkeit im zweiten Stock. Passt ja gut zu meinen letzten Museumsbesuchen Anfang März in Basel: Geister und Jenseits (Links unten links).
Ich lese ja oft im Ägyptischen Totenbuch. Der Anfang:
Hier beginnen die Sprüche,
Die vom Hinausgang der Seele berichten
Zum hellen Lichte des Tages ,
Berichten von ihrer Auferstehung im Geiste,
Dem Eintritt in die Bereiche des Jenseits,
Von ihren Reisen darin.
Da wollte man gelebt haben!

Eine Scheintür., etwas wie die Pforte zur anderen Welt, die sich nicht öffnen ließ. Davor legte die Familie Gaben ab, und vielleicht schaute der Verstorbene vorbei
Unten sehen wir Details von Sarkophagdeckeln.
Man musste alles richtig machen, damit der Tote im Jenseits ein gutes Leben habe. Der Mund wurde geöffnet, die Organe wurden entfernt, der Körper zugenäht und einbalsamiert, man gab Opfer und musste stets die entsprechenden Kapitel des Totenbuchs rezitieren, in dem die Seele selber spricht, und sie schwebt über dem Grab, in dem ihr Körper liegt, und sie sieht sich als Falke, der »eindringt in den unermesslichen Himmel«. Feiern für den Verstorbenen: immer mit Brot und Bier!
Es gibt eine rot ausgekleidete Ecke mit einem Sarkophag, und dort können Kinder sich verkleiden. Übrigens wanderte ich oben umher und war lang der einzige Besucher. Allein im Land der Unsterblichkeit, in dieser totalen Stille. Das ist ein fast mystisches Erlebnis. Schließlich ließ ich dem Kind in mir seinen Willen und verkleidete mich als Hohepriester des Pharao. Wer weiß, vielleicht war das eins der früheren Leben meiner Überseele?
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