Andreas Resch

Ich wollte nachschauen, in welchem Pflegeheim Andreas Resch lebt, es war irgendwo am Inn. Da las ich, dass er gestorben ist, schon am 1. Februar, 91 Jahre alt. Er hat im Alleingang ein Institut gegründet, eine Zeitschrift herausgegeben und Kongresse veranstaltet, und es ging um Paranormologie, wie er Psi-Forschung nannte.

Ich kannte und bewunderte ihn, den Ordenspriester, Theologen und Psychologen. Sein Leben steht auf der Rückseite seines Buchs Fortleben von 2004). Das setze ich hierher.

Prof. Dr. P. Andreas Resch, geboren am 29.10.1934 in Steinegg bei Bozen/Südtirol. 1955 Eintritt in den Redemptoristenorden. 1961 Priesterweihe, 1963 Doktorat an der Universität Graz, Studium der Psychologie an den Universitäten Freiburg und Innsbruck, 1967 Doktorat der Philosophie an der Universität Innsbruck. … Psychotherapeutische Praxis bis 1980. Von 1969-2000 Professor für Klinische Psychologie und Paranormologie an der Accademia Alfonsiana, Päpstliche Lateranuniversität Rom. Gastvorlesungen in den USA, Japan und Australien. Seit 1980 Direktor des von ihm gegründeten »Institut für Grenzgebiete der Wissenschaft (IGW)«. Initiator und Leiter der Internationalen IMAGO-MUNDI-Kongresse (1966-1995). Herausgeber: Zeitschriften (Grenzgebiete der Wissenschaft und ETHICA, Wissenschaft und Verantwortung; Buchreihen: Imago Mundi. – Und vieles mehr. 

Ich traf Andreas Resch zum ersten Mal 1992 in Basel, bei den dortigen von Lucius Werthmüller veranstalteten Psi-Tagen. Irgendwie kam ein Kontakt zustande, und ich schrieb für die Grenzgebiete der Wissenschaft ein paar Artikel. Ich weiß noch den Namen der Dame, die meine Beiträge gegenlas, weil er so speziell war: Frau Mag. Priska Kapferer. Resch veröffentlichte in seinem Verlag 7 Bücher des Physikers Burkhard Heim (1925-2001), das war in den 1980-er Jahren, und der Verlagsleiter erzählte, wie einmal Heim (im Taxi mit ihm) sagte, er werde den Fahrer so lang umherfahren lassen, bis er, Resch, einwillige, sein Buch zu drucken. Elementarstrukturen der Materie war dann auch ein wichtiges Werk.  (Anmerkung: Resch ist ja als Paranormologe bei Wikipedia schlecht angesehen, er kriegt für sein Leben 38 Zeilen; Heim, der wahre Physiker, bekommt rund 500.)

Ich weiß nicht mehr, ob ich Andreas Resch in Innsbruck besucht habe, vielleicht schon. Die Adresse war Maximilianstraße 8, das weiß ich noch. Ich erinnere mich, wie er seiner Überzeugung Ausdruck verlieh, das Geschriebene werde bleiben, auch wenn vieles andere verschwinde. So sehe ich das auch. So interessant diese Podcasts sind und die knappen Instagram-Berichte – etwas, das (zum Glück) gespeichert ist (wie alle manipogo-Artikel), kann nachgelesen werden, auch wenn das Interesse  erst in einem Jahrzehnt erwacht.

Als ich mit meinem Blog anfing, hatte ich nicht mehr recht Zeit, für die Grenzgebiete der Wissenschaft zu arbeiten. Ein Aufsatz darin musste stimmen, belegt durch Fußnoten, man musste viel dafür lesen, und ich wollte lieber täglich und schnell schreiben.

Zu seinem 90. Geburtstag schrieben die Redemptoristen, Resch habe nach Auflösung des Innsbrucker Kollegs noch weitergearbeitet. Ein Sturz im Sommer 2024 habe jedoch dazu geführt, dass er auf die Pflegestation des Klosters in Gars am Inn kam, wo er »in Zurückgezogenheit sein Alter verbringt«.

Reschs Buch Fortleben habe ich hier im Bücherschrank, und daraus will ich morgen zitieren.

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